18. Juli 2018
Menschen | Reutlingen/Tübingen

Kurve in Sicht –
Was bewegt den Instagrammer Lotter_Live?

Innerhalb kurzer Zeit hat sich Thomas Lotter einen Namen als Instagram-Fotograf für Automobilthemen gemacht. Auf seinem Kanal Lotter_Live sieht man auch, warum: Oft feiern seine Aufnahmen das Miteinander von Natur und einsamen Straßen. Da möchte man selbst unbedingt mal entlangfahren.

Thomas Lotter hat das Gespür für den Asphalt. Dabei ist der 24-Jährige kein Motorsportler, kein Testfahrer oder Ähnliches. Er ist Student und Instagrammer. Seit er seinen Kanal Lotter_Live betreibt, ist er so etwas wie ein Experte für schöne Landstraßen und Straßenverläufe sowie spannende Kurvenkombinationen geworden. Daneben postet er stimmungsvolle Naturaufnahmen. Manchmal entstehen sie in fernen und exotischen Regionen, wie zuletzt auf der Insel La Réunion. Seine Sehnsuchtsorte findet er aber auch im Umland seiner Heimatstadt Stuttgart, im Schwarzwald oder in den Dolomiten.

Im Interview mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin erklärt der Influencer, wie es ihm gelungen ist, auf Lotter_Live innerhalb kurzer Zeit viele Follower zu gewinnen. Er spricht über schönen Regen, öden Sonnenschein und welche Ziele er mit der neuen A-Klasse von Mercedes-Benz angesteuert hat.

Hallo Thomas, lass uns über deinen Instagram-Kanal Lotter_Live sprechen. Worum geht es da?

Lotter_Live ist Reisen, Natur und auch Cars.

Auf deinen Fotos sieht man dunkle Wälder, Schneelandschaften, leere Straßen ...

Das hört sich jetzt aber deprimierend an.

Ist aber nicht so gemeint. Es fällt nur auf, dass auf deinen Fotos oft Wolken und Regen zu sehen sind. Hast du etwas gegen blauen Himmel?

Gute Frage, denn ich denke, ein Großteil der Instagrammer, die in meinem Feld tätig sind, haben durchaus etwas gegen einen blauen Himmel. Sie machen ihn lieber weiß oder überblenden ihn. Ich mag blauen Himmel nicht so sehr, denn wo wolkenmäßig nichts passiert, wird es auf einem Foto schnell langweilig. Ich stehe mehr auf Wetterlagen mit mehr Atmosphäre. Das habe ich auf einer meiner ersten Reisen nach Österreich gelernt. Ich war gemeinsam mit meiner Freundin unterwegs. Wir waren zuerst etwas schlecht gelaunt, weil es regnete, bis ich gemerkt habe: Hey, es sieht viel besser aus, wenn nicht alles immer so sonnig ist, sondern ein wenig nebelverhangen. Das gibt so eine spezielle Note.

Und was hat es mit den leeren Straßen bei Lotter_Live auf sich?

Das sind typische Drohnenmotive. Man hat diese Natur und dann pflügt da eine Straße durch, das ist ein spannender Bruch. Serpentinen von oben sind ein großartiges Motiv.

Wie findest du deine Spots?

Ich habe mittlerweile ein gutes Auge für Serpentinen und spannende Straßenverläufe. Wenn ich im Navigationssystem sehe, dass da eine schöne Straße vor mir liegt, dann bleibe ich stehen, lasse die Drohne hoch und fotografiere.

Planst du viel im Voraus?

Das ist tatsächlich wichtig. Bei meiner letzten Reise auf die Insel La Réunion hatten wir die elf Tage vor Ort sehr genau durchgeplant beziehungsweise genau herausgeschrieben, wo welche Spots sind, und danach unsere Route festgelegt.

Hält Straßen und Autos mit Kamera und Drohne fest – der Instagram-Künstler Thomas Lotter.
Wer ist wir? Mit wem bist du unterwegs?

Ich bin für Lotter_Live meistens mit meiner Freundin unterwegs, die mich dabei auch sehr unterstützt. Sie ist fast immer dabei und fotografiert auch. Wir versuchen dann immer die Balance zu finden zwischen Urlaub und Shooten.

Wie fing das bei dir an, was hat dir den Kick gegeben, Lotter_Live zu starten?

Vor etwa anderthalb Jahren hat mich meine Freundin zu einem der German Instagram Hotspots schlechthin mitgeschleift, zum Eibsee in Bayern. Dort haben wir dann die ersten Fotos gemacht und ich bin dann immer mehr auf den Geschmack gekommen, bis dann die ersten Initiativen zum Reisen und Fotografieren von mir ausgingen. Ich habe mir eine richtige Kamera gekauft und dann ging es ganz schnell in die professionelle Richtung. Ich wurde in der Community aktiv, habe mit anderen Fotografen und Instagrammern interagiert, man hat sich gegenseitig gepuscht und ich habe einfach mehr Zeit in die ganze Geschichte investiert.

„Wenn man zum Beispiel Serpentinen von oben sieht, das ist einfach großartig.“Thomas Lotter

Die Community, das sind Instagram-Künstler, die Reisefotos teilen?

Es ist eine Bewegung, die vor zwei oder drei Jahren in den Social-Media-Kanälen begonnen hat. Das sind junge Leute, die nicht ständig in Clubs gehen, sondern auch mal früh aufstehen, um in den Bergen einen Sonnenaufgang zu shooten. Das hat mit den „German Roamers“ angefangen, die diese Begeisterung mit entfesselt haben.

Elbsandsteingebirge von Lotter_Live
Deutsche Romantik geheimnisvoll ins Bild zu setzen, wie hier am Elbsandsteingebirge, lockt auch junge Social-Media-Künstler wie Thomas Lotter.
Gab es das auch bei dir? Du hast ein Bild zum Beispiel von den German Roamers gesehen und wolltest unbedingt an diesen Ort?

Ja, beim Eibsee war es so, da fangen auch viele an. Aber klar, als Neuling orientiert man sich auch erst einmal an Fotografen und Accounts, die schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel haben. Aber je länger man dabei ist und einen eigenen Stil entwickelt, will man dann doch nicht zum fünften Mal zum Schloss Neuschwanstein fahren, obwohl das mit Sicherheit auch ein Like-Garant ist. Also fährt man mal nach La Réunion und nicht nach Bali, wo sich all die anderen tummeln.

Das heißt, wenn du für Lotter_Live fotografierst, denkst du auch daran, ob das Bild gut performen wird?

Ich bin mir sicher, dass viele junge Leute – und dazu würde ich mich mit 24 auch noch zählen – diese Rückmeldung, die sie über die sozialen Medien bekommen, als Ansporn nehmen. Denn natürlich sind Likes auch Ausdruck von „es gefällt einem“. Also macht man die Fotos ein bisschen auch für seine Community und um Anerkennung in seiner Szene zu bekommen.

Hast du eine Lieblingslocation oder ein Motiv, das dir besonders wichtig ist?

Ich würde sagen, einer der eindrucksvollsten Spots ist das Timmelsjoch zwischen Österreich und Italien. Es ist eine klassische Location, wo man als Autofan mal mit seinem Wagen hochfährt, um Fotos zu machen, ein wirklich sehr schöner Pass. Teilweise wirkt die Natur wie eine Mondlandschaft. Verschneite Wälder oder die Sylvensteinbrücke südlich von Bad Tölz sind auch beeindruckende Motive.

Ein spannendes Projekt, an dem du gerade dran bist oder das du in der nächsten Zeit vorhast?

Ich war gerade mit meiner Freundin in einer neuen A-Klasse unterwegs, zwei Tage in Richtung Alpen. Wir waren bei diversen Klassikern wie dem Sylvensteinspeicher, dann am Plansee, auch ein Klassiker, weil man da eine Straße hat, die lange am Wasser entlangführt und das Wasser unheimlich blau ist. Man hat ein schönes Bergpanorama, es ist einfach perfekt, um Autos zu shooten. Auch am Eibsee waren wir kurz. In einigen Tagen will ich noch mal in die Dolomiten – mit einem Mercedes-Benz SLC 300. Ich würde auch gerne mal Island von meiner Liste abhaken und die Faröer-Inseln.

Thomas Lotter, alias Lotter_Live
Cooler Rastplatz, cooler Typ – Thomas Lotter am Eibsee bei Grainau.
Instagram-Fotograf Thomas Lotter mit Helikopter.
  • Wer ist Lotter_Live?

    Thomas Lotter ist 24 und beendet gerade sein Studium der Unternehmenskommunikation an der Hochschule der Medien. Er lebt in Stuttgart.

  • Was macht Lotter_Live?

    Auf seinem Instagram-Kanal Lotter_Live postet der Stuttgarter Fotos von Reisen sowie Straßen und Autos in beeindruckender Natur. In seinem neuen Kanal Lotter_Cars stehen Autos noch mehr im Fokus.