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Menschen | Ulm/Schwäbisch Gmünd - 22. Mai 2019

Design-Hit 
aus Schwäbisch Gmünd

Zwei Tüftler aus Schwäbisch Gmünd haben ganz nebenbei einen Design-Hit gelandet und die Uhrenindustrie aufgemischt. QLOCKTWO zeigt die Uhrzeit als Text an, jeweils in Fünf-Minuten-Schritten, und begeistert damit Fans auf der ganzen Welt.

„Es ist halb acht.“ Wer einen Passanten fragt, würde die Uhrzeit so gesagt bekommen. Dass eine Uhr die Zeit genau mit so einem Satz anzeigt und nicht mit Zeigern, ist das Konzept von QLOCKTWO. Auf die Idee gekommen sind zwei Jugendfreunde aus Schwäbisch Gmünd, die „die Uhr zum Lesen“ vor zehn Jahren auf den Markt gebracht haben. Im Interview mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin erzählen Marco Biegert und Andreas Funk, wie sie in ihren Erfolg hineingestolpert sind.

Was stand am Anfang der QLOCKTWO? War es mehr der Designaspekt oder eher die technische Herausforderung?

Andreas Funk: Wir haben schon immer getüftelt und uns Gedanken über Produkte gemacht. Dabei haben wir uns auch viel mit dem Thema Zeit beschäftigt. Schon recht früh kam die Frage auf: Warum gibt es eigentlich keine Uhr, die die Zeit so anzeigt, wie Menschen miteinander sprechen? Wenn Sie mich nach der Uhrzeit fragen, sage ich ja auch nicht: Der kleine Zeiger ist bei 90 Grad und der große Zeiger steht auf null Grad, sondern ich sage: Es ist drei Uhr. Wir fragten uns: Warum gibt es keine solche Uhr und wie können wir das lösen? Das war die Geburtsstunde von QLOCKTWO.

Marco Biegert: Das Design war uns wichtig. Wir haben ja vorher gemeinsam eine Designagentur betrieben und schon immer versucht, alles Überflüssige wegzulassen und die Dinge auf das Wesentliche zu reduzieren. In diesem Fall ist uns das ganz gut gelungen, denke ich. Es gibt bei dem Modell nur ein Quadrat aus Buchstaben und keine Verzierungen im eigentlichen Sinne.

QLOCKTWO, von der Sie inzwischen 16.000 Stück pro Jahr absetzen, haben Sie also gewissermaßen aus reiner Lust am Tüfteln entwickelt?

Marco Biegert: Genau. Das zeichnet die Entwicklung aus. QLOCKTWO entstand nicht als kommerzielles Projekt, sondern eher als eine Art Kunstprojekt, als Beschäftigung mit der Zeit, ohne den Hintergedanken, möglichst viele Modelle davon zu verkaufen. Es gab Prototypen – und dann haben Freunde gesagt: „Mensch, ich möchte unbedingt so eine Uhr haben, ich bezahle auch dafür.“

Diese Anekdote dürfte Innovationschefs von großen Uhrenherstellern zur Verzweiflung treiben, wenn sie hören, dass Ihre erfolgreiche Wortuhr eher aus einer Laune heraus entstanden ist.

Andreas Funk: Wahrscheinlich ja. Wir haben nebenher über zwei Jahre daran gearbeitet. Wir wollten das Problem der Zeitanzeige mit Worten nur für uns lösen. Als uns das gelang, war der Fall eigentlich für uns erledigt und wir konnten uns wieder mehr unserer Agentur widmen. Aber den Satz „Mensch, das ist so naheliegend, warum ist mir das nicht eingefallen“ haben wir tatsächlich öfter gehört. Ich glaube, dass so eine Innovation eher gelingt, wenn man sich nicht mit den klassischen Uhren beschäftigt. Als Außenstehende konnten wir ganz frei an das Thema herangehen.

„QLOCKTWO entstand nicht als kommerzielles Projekt, sondern eher als eine Art Kunstprojekt, als Beschäftigung mit der Zeit.“Marco Biegert

Marco Biegert und Andreas Funk, die Gründer des Labes qlocktwo
Jugendfreunde, Designer und Unternehmer: Andreas Funk (links) und Marco Biegert.
Ihre Uhr hat viele Designpreise gewonnen und ist damit auch so etwas wie ein edles Möbelstück. 

Marco Biegert: Wenn die QLOCKTWO erst im Wohnzimmer hängt, wird sie tatsächlich das zentrale Zeitablese-Instrument im Haus. Es liegt daran, dass es so angenehm ist, diese Worte zu lesen. Das hat etwas sehr Sympathisches, fast so, als ob ein guter Freund einem die Uhrzeit sagt. Der nächste Wechsel findet erst wieder in fünf Minuten statt. So wie der Mensch tickt. Die innere Uhr des Menschen geht ja nicht sekundengenau. Man erlebt die Tage in Fünf-Minuten-Abschnitten.

Und man muss nicht diese Übersetzungsleistung von der Zeigeranzeige in Worte machen. 

Marco Biegert: Genau. Denn wir denken die Zeit in Worten, wir haben nicht die Zeigeranzeige im Kopf. Man muss die Zeigerstellung nicht interpretieren. Den meisten Menschen ist dieser Übersetzungsprozess überhaupt nicht bewusst. Bei Kindern beobachte ich manchmal, wie schwer es ihnen anfangs fällt, die Zeiger einer Uhr zu lesen und richtig zu interpretieren.

Sie arbeiten seit gut 20 Jahren zusammen. Wie ergänzen Sie sich?

Marco Biegert: Es ist nicht so, dass der eine schreiben kann und der andere rechnen. Es ist wie ein Verstärker. Bei uns ist jeder für sich kreativ. Wenn wir aber zu zweit sind, dann entwickelt sich im Dialog etwas viel Spannenderes, als wenn man allein dasitzt und sich was überlegt. Wir spielen uns die Bälle zu.

Andreas Funk: Wir regen uns gegenseitig an und unterhalten uns permanent über alle möglichen Dinge, daraus ergibt sich immer etwas. Gerade wenn man sich so lange kennt, weiß man, was der andere darüber denkt. Es ist wie so ein Doppelgehirn. Wir reden seit über 30 Jahren jeden Tag miteinander. Dabei wird viel gelacht.

QLOCKTWO gibt es jetzt seit zehn Jahren, in denen Sie Ihrer schwäbischen Heimat treu geblieben sind. Planen Sie auch in Zukunft, hier zu bleiben?

Marco Biegert: Ja, unbedingt. Hier gibt es auch dank Mercedes-Benz eine gute Zulieferindustrie mit einem hohen Qualitätsstandard. Inzwischen haben wir die QLOCKTWO sogar in einer schwäbischen Dialektvariante herausgebracht, die hier in der Region durchaus erfolgreich ist.

Qlocktwo Uhr bei der Montage in der Manufaktur
QLOCKTWO
  • Made in Swabia:

    Am Firmensitz der QLOCKTWO Manufacture GmbH befindet sich auch die Produktion der Uhren. 2018 hat das junge Unternehmen, das 50 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit 16.000 Stück in alle Welt verkauft. Aktuell gibt es eigene Geschäfte in Schwäbisch Gmünd und Stuttgart. Ab September 2019 folgt eines in Hamburg.

  • Zeit zum Lesen:

    Die Modelle, die über eine Matrix aus 110 Buchstaben mit LED-Flächen verfügen, gibt es in verschiedenen Ausführungen als Armbanduhr, Tisch- oder Wanduhr, die zwischen 500 und 65.000 Euro kosten. Momentan gibt es mehr als 20 Sprachvarianten. Wer die Sprache oder auch die Farbe wechseln will, kann einfach das Frontcover austauschen. Die Frontcover bestehen aus Acrylglas, Edelstahl oder sogar Blattgold und sind in verschiedenen Farben erhältlich. Die einzelnen Uhren werden seit 2009 individuell auf Bestellung handgefertigt.

  • Social Media:

    Wer die verschiedenen Modelle kennenlernen will, findet sie auch auf Instagram und Facebook. Außerdem gibt es eine Konfigurator-App im App Store und auf Google Play.