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Menschen | Dortmund - 08. März 2019

NoMoreRice
Echte chinesische Küche

Chen Dorsch möchte alle Klischees sprengen, die hierzulande über chinesische Küche kursieren. Deswegen hat sie in Dortmund zwei Restaurants und ein Café eröffnet. Reis sucht man hier vergebens, dafür gibt es jede Menge anderer Köstlichkeiten aus Fernost und witzige Design-Ideen.

Die Überraschungseffekte sind perfekt platziert. Wer das erste Restaurant von Chen Dorsch in Dortmund besucht, sieht Vogelkäfige und Käsereiben, die von der Decke herunterhängen und sich als Lampen entpuppen, und Äste, die scheinbar in der Luft schweben. „Miss Mai“ heißt das Nudelrestaurant, das 2015 den Anfang machte, dabei hatte die 29-Jährige eigentlich gar nicht vor, ein kleines kulinarisches Imperium zu gründen.

Vor sechs Jahren kam Chen Dorsch nach Deutschland und folgte damit ihrem jetzigen Mann, den sie in Shanghai kennengelernt hatte. Wie die meisten Chinesen versuchte sie, in der neuen Heimat ihre Lieblingsgerichte aus China zuzubereiten. Das ist naturgemäß etwas komplizierter, deswegen suchte sie bei bestimmten Zutaten, die hierzulande schwer zu bekommen sind, nach Alternativen. Ihr Ziel war es dabei immer, chinesische Gerichte so authentisch wie möglich zu kochen oder sie geschickt mit der deutschen Küche zu kombinieren. „Meine Erfahrungen habe ich dann in einem Blog festgehalten und plötzlich hatte ich 30.000 Fans, allesamt Chinesen, die wie ich in Deutschland wohnen“, erinnert sich Chen Dorsch. „Meine Leser fragten mich dann immer wieder, warum ich nicht ein Restaurant eröffnen würde. Vor drei Jahren habe ich das dann tatsächlich gemacht.“

Eingang Restaurant NoMoreRice
Der Eingang des Restaurants NoMoreRice in Dortmund.

Chinesische Kuchen im Kreuzviertel

Inzwischen gehört das „Miss Mai“ an der Möllerbrücke im Kreuzviertel zu den Top-Restaurants in Dortmund. Das Geheimnis liegt in den selbstgemachten Nudeln, die in China eben auch sehr verbreitet sind. „Anfangs waren die Gäste etwas irritiert, dass chinesische Nudeln genauso viel kosten sollen wie italienische“, so Chen Dorsch. „Aber wer sie probiert hat, war in der Regel auch überzeugt, dass es unsere handgezogenen breiten Bandnudeln wert sind.“ Die Gerichte haben zudem nichts zu tun mit gängigen China-Restaurants und ihren süß-sauren Saucen. Bei „Miss Mai“ gibt es die Nudeln mit süß-sauer-scharfer Sauce und Mu‘er Pilzen oder auch Teigtaschen mit Ente, Feige und Erdnuss.

Teigtaschen vor Chili-Schubkarre

Gewissermaßen die Krönung ihres Schaffens ist das Restaurant NoMoreRice, das mit 40 Plätzen deutlich größer ist als das Miss Mai. In der Märkischen Straße unweit der City-Ost hat Chen Dorsch nochmal ihren ganzen Sinn für witzige Designs aufgefahren. „Ich wollte eigentlich Kunst studieren“, bekennt die Chinesin, die in Shanghai aufgewachsen ist und dann letztlich doch Wirtschaft studiert hat, was sicherlich dabei hilft, zwei Restaurants und ein Café zu leiten. Seit einem Jahr präsentiert sie im NoMoreRice edle chinesische Küche, die so authentisch wie originell daherkommt. Aber bis es ans Essen geht, dürfen die Gäste auch hier erstmal das Interieur bestaunen. Mitten im Raum steht eine Schubkarre gefüllt mit roten Chili-Schoten, an der Wand hängen Dutzende rote Kochlöffel, die Decke ist dekoriert mit Papierschirmen, die kopfüber herunterhängen und ein buntes Lichtspiel erzeugen. Treffsicher ist auch der Gag mit den Speisekarten. Sie werden dem Gast nicht gereicht, sondern liegen bereits auf dem Teller, allerdings kunstvoll zu einer Kugel zerknüllt.

Inspiriert von der Großmutter

„Im NoMoreRice serviere ich Teigtaschen nach original Rezepten von meiner Oma“, erklärt Chen Dorsch. „Die ist ganz angetan davon, dass viele Menschen in Deutschland Gerichte essen, die sie sich ausgedacht hat. Sie schickt mir ständig neue Kreationen, die ich dann gleich ausprobiere.“ Das Konzept von NoMoreRice entspricht dabei eher einer spanischen Tapas-Bar. Es gibt viele kleine Gerichte, die die Gäste nach Belieben kombinieren können, wie etwa Jiaozi-Teigtaschen (ähnlich wie Maultaschen) gefüllt mit Rindfleisch, Zimt und Pflaumen oder Hefebrötchen mit rotem Tofu oder Senfgemüse. Wer bei Chen Dorsch essen möchte, sollte einen Tisch reservieren, denn die absolut leckeren Gerichte sind heiß begehrt in Dortmund, und nicht nur da: „Einige Gäste haben mir gesagt, dass sie bisher immer in andere Städte gefahren sind, um anspruchsvolle asiatische Küche genießen zu können, aber jetzt gebe es endlich auch etwas Gutes in Dortmund“, erklärt Chen Dorsch zufrieden. „Und darüber hinaus haben wir auch einige Stammgäste, die aus Köln und Düsseldorf hierherkommen. Darauf bin ich ganz stolz.“

Chen Dorsch - No More Rice
Chen Dorsch vom Restaurant No More Rice

Direkt nebenan in der Lindemannstraße hat die umtriebige Hobbyköchin im letzten Winter noch ein chinesisches Café eröffnet. In „Mai’s Kuchenbar“ gibt es Pfannkuchen, Sandwiches und eine ganz eigene Variante von Scones, eigentlich ein britisches Gebäck. Statt Konfitüre kommen die Scones hier mit einer asiatischen Schwarzer-Tee-Creme oder einer Soya-Hollandaise-Sauce. Für Geschmacksüberraschungen ist also reichlich gesorgt.

Chinesisches Gericht
Die Köchin und Hobbydesignerin Chen Dorsch kreiert interessante und kunstvolle Speisen.
Jiaozi-Teigtaschen
Jiaozi-Teigtaschen-Rezept
  • 250 Gramm Mehl
    125 Milliliter Wasser
    1 Teelöffel Salz

    Füllung:
    2 Zucchini
    2 große Eier
    3 Esslöffel Sesamöl
    1 Frühlingszwiebel
    2 Teelöffel 5-Gewürze-Pulver
    1 Esslöffel Salz
    1 Teelöffel Zucker
    5 Esslöffel Öl

Zubereitung
1. Für den Teig: Mehl, Wasser, Salz mischen. Abdecken und ca. 30 Minuten ruhen lassen.
2. Füllung: Frühlingszwiebel fein hacken, mit Eiern, Gewürzen verquirlen, anbraten und abkühlen lassen. Zucchini in Streifen reiben, Wasser ausdrücken und mit der übrigen Füllung mischen.
3. Teig zu einer Rolle formen. In 2 Zentimeter große Stücke teilen.
4. Teigstücke plattdrücken. Ausrollen und mit Wasserglas ausstechen.
5. Füllen: Teigscheibe zwischen Daumen und Zeigefinger legen, Mittelfinger darunter. Mit der anderen Hand einen Esslöffel Füllung in der Mitte platzieren.
6. Mit der einen Hand die Teigscheibe zu einem Halbkreis falten und andrücken. Mit der anderen Hand die Ränder wie eine Ziehharmonika falten.
7. Zubereiten: Kochen (3 bis 5 Minuten), dämpfen (12 bis 15 Minuten), anbraten, dann Wasser dazu und mit Deckel eine Weile ziehen lassen.