11. Januar 2017
Menschen | Augsburg

Sieben Fragen an Deutschlands besten Barbier

Über das Gefühl, bei den German Barber Awards zu siegen, seine Anfänge in der Türkei und die Faszination für ein besonders haariges Handwerk: Sezer Soylu, Träger des Titels „Best Barber 2016“, im Gespräch mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin.

Herr Soylu, Best Barber 2016 – was bedeutet dieser Titel für Sie?

Als bei der Siegerehrung mein Name als Gewinner des German Barber Awards 2016 fiel, konnte ich es nicht fassen. Plötzlich lief alles wie in Zeitlupe vor mir ab. So viele Menschen kamen auf mich zu, die Kameras, die Presse, die Barbiere: Mir wurde klar, dass dies einer der goldenen Momente im Leben ist. Ich war und bin sehr dankbar dafür. Für mich ist das eine große Ehre.

Warum wollten Sie Barbier werden?

Für mich kam nie etwas anderes infrage! Ich wollte schon immer Barbier werden. In meiner Kindheit in der Türkei faszinierte es mich immer, dass es bei den Barbieren so ähnlich zuging wie bei einem Arzt: Alles war sehr hygienisch. Es wurde sehr detailliert gearbeitet. Eine Rasur folgte mehreren genauen Arbeitsschritten und dauerte nahezu eine Stunde. Das sind einfach meine ersten Erinnerungen an diesen Beruf. Nachdem ich das Handwerk erlernt hatte, arbeitete ich zehn Jahre in Saudi-Arabien als Barbier. Dann kam ich nach Deutschland und konnte hier im Job all meine Erfahrung einbringen.

Wie würden Sie das Ambiente des Barbershops beschreiben, in dem Sie arbeiten?

Ich leite den Barbershop im Salon KLAS in Augsburg-Oberhausen. Es ist alles sehr modern eingerichtet, strahlt dabei eine gewisse Wohlfühlatmosphäre aus. Das Arbeitsklima ist locker und freundlich. Der Herrenbereich ist mit modernen Barberstühlen und in eher maskulinem Charakter eingerichtet.

„Inspiration? Die finde ich überall im Leben – wenn ich durch die Stadt laufe und auf meinen Reisen.“Sezer Soylu, Best Barber 2016

Sezer Soylu in Aktion - © 1o1BARBERS / B. Walther Fotografie
Sezer Soylu, Best Barber 2016, im Wettbewerb (German Barber Awards c/o 1o1 Barbers)
Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?

Es sind mehrere Faktoren. Zum einen sind es natürlich die Menschen, mit denen ich zusammenkomme, was sehr abwechslungsreich ist. Ich mag beispielsweise unsere Gespräche im Barbershop. Da entstehen manchmal die lustigsten Diskussionen mit Kunden und den Leuten im Wartebereich. Ich bringe mich ein, lache mit den Menschen, werde auch mal sarkastisch und habe jeden Tag eine gute Zeit bei der Arbeit. Wenn der Kunde dann noch glücklich geht, weil er eine tolle Frisur hat – was will man mehr? Zum anderen ist es das sehr alte erlesene Handwerk, das ich als Barbier ausübe: Das macht mir jeden Tag immer wieder aufs Neue Freude. Meine Kunden soll die Qualität meiner Haarschnitte überzeugen. Ich passe jeden Haarschnitt maßgeschneidert an und nehme mir für jeden Kunden genügend Zeit. Ich bin jetzt seit knapp zehn Jahren in Deutschland, und von Beginn an waren die Wartelisten voll. Wer zu mir kommt, muss etwas Zeit mitbringen.

Haben Sie ein Erfolgsgeheimnis?

Lernen. Lernen. Und nochmals lernen. Man sollte nie aufhören damit. Meine Fachexpertise ist über die Jahre gewachsen und beruht auf vielem, was ich mir über die Zeit erst angeeignet habe. Man sollte sich dem nie verschließen. Ich lerne heute noch jeden Tag. Ganz gleich, ob es eine kleine Sache aus einer Handlung ist, ein Tipp eines Freundes oder neue Informationen, die ich aus einem alltäglichen Gespräch erhalte.

Bärte sind modern. Worauf kommt es bei der Pflege an und welche Looks sind jetzt besonders gefragt?

Das Alter schenkt dir individuelle Attraktivität. Wenn du 40 Jahre alt bist und das Haar und der Bart weniger oder leicht grau werden, dann passt das genau zu dem Gesicht eines 40-Jährigen. Das gibt uns die Natur mit. Es kommt nun darauf an, was man daraus macht – hier spielt Pflege eine sehr große Rolle. Den Bart regelmäßig zu schneiden und in Form zu bringen. Ganz wichtig ist außerdem die Hautgesundheit. Sie ist die Basis für einen schönen Bart. Ein Mann sollte hochwertige Pflegeprodukte kaufen. Momentan sind Vollbärte angesagt. Aber auch der klassische Moustache wird immer öfter angefragt. Der Mann mag den Bart heute wieder. Dennoch werden viele Männer bestätigen, dass das „Bartwachsenlassen“ gar nicht einfach ist: Es ist eine Wissenschaft für sich, dass er wirklich gut und gepflegt aussieht! Wir Barbiere stehen unseren Kunden da beratend zur Seite.

Wo holen Sie sich Ihre Inspirationen?

Grundsätzlich sagen Barbiere, dass Mode zweitrangig ist. Es kommt mehr auf die Qualität des Haarschnittes mit all seinen Details an. Das ist ähnlich wie bei einem gut sitzenden, maßgeschneiderten Herrenanzug vom Edelschneider. Dennoch interessiere ich mich für den Style bzw. für das, was zu einem Kunden passt. Viele mögen den Style von David Beckham sehr. Ich erinnere die Männer dann immer daran, dass er einen eigenen Stylisten hat, der ihn Tag für Tag begleitet und für sein gutes Aussehen sorgt. Für mich ist wichtig, dass der Kunde auch zu Hause gut mit seinen Haaren klarkommt. Inspiration? Die finde ich überall im Leben – wenn ich durch die Stadt laufe und auf meinen Reisen.

Best Barber Soylu
Können akkurate Schnitte und beste Pflege: Barbiere
Best Barber 2016
  • Name:

    Sezer Soylu

  • Salon:

    Salon KLAS, Ulmer Straße 24, 86154 Augsburg

  • Telefon:

    +49 821 241 75 80

  • Webseite:

    www.klas-augsburg.de