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Menschen | Aachen - 22. März 2018

Simon Rolfes:
Nachspielzeit

Seine Position als besonnener Stratege hat Simon Rolfes nach der Sportkarriere nicht groß verändert. Wohl aber den Ort des Geschehens: vom defensiven Mittelfeld auf dem Fußballplatz hinter einen Schreibtisch in Eschweiler. Dort berät er nun junge Sportler – und beobachtet aufmerksam das Spielgeschehen im neuen Arbeitsfeld.

Sich unmittelbar und möglichst reibungslos auf neue Situationen einstellen zu müssen, das verbindet Fußballprofis mit Arbeitnehmern von heute. Und ausgerechnet am Übergang vom einen zum anderen scheitern viele ehemalige Spitzensportler. Simon Rolfes nicht. Im Gegenteil. Er hat diesen Change-Prozess, wie er in der Wirtschaft bezeichnet wird, erfolgreich durchlaufen. Schon als aktiver Fußballer war es die Aufgabe des Manns vor der Abwehr, schnell umzuschalten – von der Rückwärts- in die Vorwärtsbewegung oder umgekehrt. Sein relativ frühes Karriereende mit 33 Jahren plante er hingegen langfristig. Nicht unbedingt den genauen Zeitpunkt, den haben Verletzungen beeinflusst, aber Ablauf und Zukunftsperspektive standen fest.

Rolfes‘ Taktik für den Ausstieg

„Nach meiner schweren Knieverletzung 2010, wegen der ich damals die WM verpasst habe, fing ich an, mir Gedanken über die Zeit nach dem Sport zu machen“, sagt der ehemalige Spieler von Bayer Leverkusen, Werder Bremen und Alemannia Aachen. Schon bevor er Ende der Saison 2014/15 die Stollenschuhe an den Nagel hängte, schrieb sich Rolfes in einem MBA-Fernstudiengang für Sportmanagement ein. Parallel absolvierte er bei der UEFA ein internationales Management-Programm für ehemalige Profis. „Ich habe mich schon immer für Wirtschaft interessiert und glaube an Unternehmertum“, begründet Rolfes seine Taktik für die zweite Karriere.

In seinem Büro in Eschweiler legt Simon Rolfes auch Wert auf Design, etwa durch ein Sideboard von USM.
In seinem Büro in Eschweiler erinnern einige Fußball-Devotionalien an die alte Laufbahn von Simon Rolfes.

Stationen der ersten Karriere

Simon Rolfes, geboren 1982 in Ibbenbüren, spielte 2004/2005 eine Saison bei Alemannia Aachen. Damals lernte er seine Frau Jennifer aus Eschweiler kennen und wurde dort heimisch. Sportlich feierte er seine größten Erfolge woanders:

Werder Bremen

Von seinem Heimatverein TuS Recke wechselte Simon Rolfes früh zu Werder Bremen. Dort spielte er sich – von einem kurzen Intermezzo als Leihgabe beim SSV Reutlingen abgesehen – von der U19 bis in die erste Mannschaft. 2004 feierte er mit Werder das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg – seine bedeutendsten Titel.

Bayer Leverkusen

Nach einer Saison bei Alemannia Aachen in der Zweiten Bundesliga wechselte der Defensivstratege 2005 zu Bayer Leverkusen, wo er bis zu seinem Karriereende 2015 spielte. Mit dem Werksverein stand Simon Rolfes 2009 erneut im DFB-Pokal-Finale (0:1 gegen Werder Bremen) und wurde 2011 Deutscher Vizemeister.

Nationalmannschaft

In Leverkusen reifte Simon Rolfes zum 26-fachen Nationalspieler. 2008 stand er mit der DFB-Auswahl im Endspiel um die Europameisterschaft. Die 0:1-Niederlage gegen Spanien bezeichnet er noch heute als unnötig. Bei der WM 2010 sollte er für den verletzten Michael Ballack in die Startelf rücken, verletzte sich aber seinerseits kurz vor dem Turnier.

Zweite Karriere in Eschweiler

Bereits mit Mitte 20 überlegte er genau, wie er sein Geld anlegt, hauptsächlich in Aktien und Unternehmensbeteiligungen. „Mir geht es um langfristigen Kapitalerhalt. Deshalb investiere ich in solide Unternehmen, deren Produkte konjunkturunabhängig sind. Ganz unspektakulär, etwa Brillen oder Spülmaschinentabs“, sagt er. Gemeinsam mit seinem langjährigen Anlageberater Markus Elsässer gründete er vor zwei Jahren die Agentur „Rolfes & Elsässer – The Career Company“. In seinem Büro in Eschweiler, das in Sichtweite des Nutzfahrzeugzentrums der Mercedes-Benz Niederlassung Aachen liegt, berät Simon Rolfes nun Profisportler vom Beginn ihrer Karriere bis zum großen Change-Prozess in die zweite Laufbahn – und das nicht nur finanziell.

Ende 2017 haben Rolfes & Elsässer zusätzlich zu ihrer Spielerberatung das Geschäft der Aachener GoalControl GmbH übernommen. Die Firma hat unter anderem bei der WM 2014 in Brasilien die Torlinientechnik gestellt. Derzeit ist GoalControl in der französischen Ligue 1 der Anbieter für das dortige Torkontrollsystem. Simon Rolfes will es mittelfristig auch in der Bundesliga etablieren.

Simon Rolfes sitzt an seinem antiken Schreibtisch aus Belgien.
288 Mal lief Simon Rolfes in der Bundesliga auf, 20 Mal in der Champions League.

Adrenalin kickt, aber nicht im Büro

„Das Schwierige ist, dass man als Sportler immer nur extreme und kurzfristige Höhe- oder Tiefpunkte erlebt. Seien es nun große Siege oder harte Niederlagen. Am nächsten Tag trainiert man wieder und es geht weiter“, beschreibt er. „Im späteren Berufsleben ist alles viel langfristiger. Es fehlt das Adrenalin. Das kann frustrieren.“ Geduld sei gefragt. „Die hat ein Fußballer nicht. Und mit dem Fußballer hat das auch niemand.“
Doch das Beispiel Simon Rolfes zeigt: Ehemalige Profisportler haben das Selbstvertrauen, Abläufe auf dem Platz direkt zu beeinflussen. Wer es schafft, diesen Ehrgeiz auf das Spielfeld des Berufslebens zu übertragen, wird auch in der zweiten Karriere erfolgreich sein.

Moderne Räume, antiker Tisch: Simon Rolfes mag Stilmix.
Anzug und Trikot: Die Poster hinter dem antiken Schreibtisch symbolisieren die zwei Karrieren von Simon Rolfes.
An Aachen erinnert im Büro in Eschweiler eine Figur von Kaiser Karl.

Rolfes & Elsässer - The Career Company

S. Rolfes & M. Elsässer GmbH
Hermann-Hollerith-Straße 11a
D-52249 Eschweiler

www.rolfes-elsaesser.com