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Menschen | Stuttgart - 14. Dezember 2018

Street-Art
Kunst erobert die Stadt

Immer mehr Stuttgarter gehen raus und hinterlassen kleine Kunstwerke auf Straßen, Wänden und Böden. Street-Art liegt im Trend. Aber was hat es damit eigentlich auf sich?

Martina Rodriguez Romero ist unterwegs im Auftrag der Kunst. Ihr Ziel: Kreativität fördern. Der Nebeneffekt: Stuttgart wird bunter. Durch Street-Art. Man findet sie überall in der Stadt: kleine Sticker an Laternenpfählen, bunt bemalte Wände und Kreidemalereien auf dem Boden. Die Stadt wird bunt. Eine gute Entwicklung, wie Martina Rodriguez Romero findet: „Jeder darf und kann Kunst machen, um sich auszudrücken! Unabhängig davon, ob sie im geschlossenen Raum oder in der Öffentlichkeit stattfindet.“ Gemeinsam mit Claudia Merk hat sie die Kunstschule Kreativkreisel mitten in der Stuttgarter Innenstadt gegründet. „Man kann sagen: Wir haben viel Herz für Kunst und für die Stadt.“ Ist es nicht paradox, Kunst, die draußen passiert und frei von Konventionen ist, teilweise im geschlossenen Raum zu unterrichten? „Nein“, sagt Martina Rodriguez Romeo. „Wir konzipieren, skizzieren und reflektieren drinnen. Damit nehmen wir uns keine Kreativität, sondern planen die späteren urbanen Interaktionen, um uns über mögliche Reaktionen und die Außenwirkung bewusst zu sein. Wir schaffen Raum, um sich mit der Kunst auseinanderzusetzen, für den Austausch untereinander und für neue Ideen.“

Mit dem Street-Art-Kurs der Kunstschule Kreativkreisel unterwegs in Stuttgart.

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Street-Art: Alles ist möglich

Unter den Begriff Street-Art fällt alles, was im weitesten Sinne Kunst im öffentlichen Raum ist – also außerhalb von Museen und Galerien. Den Ideen sind dabei keine Grenzen gesetzt, und es gibt nicht die „eine“ Straßenkunst. Von Stickern über Stempel, Kreidezeichnungen und Stoffinstallationen bis hin zu Graffiti-Bildern oder gemalten Kunstwerken ist alles möglich. Denn: Street-Art bereichert die Stadt und will Passanten quasi im Vorbeigehen zum Nachdenken anregen.

Serife Zor ist im Kreativkreisel Dozentin für Street-Art und selbst leidenschaftliche Künstlerin. Die Liebe zur Street-Art entdeckte sie bereits im Alter von 14 Jahren. Was sich anfangs noch auf eine kleine Szene beschränkte, ist mittlerweile zu großer Popularität angewachsen. Nicht zuletzt wegen internationaler Street-Art-Stars wie Banksy, der mit seinen urbanen Arbeiten das Genre etabliert hat. „Aber auch die Werbung hat das Konzept der Kunst auf der Straße entdeckt“, erzählt Serife Zor. „Street-Art ist mittlerweile ein wichtiges Kommunikationsmittel in der Gesellschaft. Es machen immer mehr mit und damit wächst die Bedeutung.“

Street-Art Stuttgart Kreativkreisels Tape-Art
Ein Tape-Art-Projekt des Kreativkreisels. Mit einer aus Klebeband gestalteten Hand weist die Kunstschülerin auf den Notruf-Knopf.

Und warum ausgerechnet in Stuttgart? „Zu Stuttgart passt diese Form von Kunst aus zwei Gründen besonders gut. Erstens sind wir die Stadt des Rap und des Hip-Hop – und diese Musik ist schon immer Hand in Hand mit Straßenkunst gegangen“, so Serife Zor. „Zweitens gibt es hier wenig urbanen Freiraum. Flächen werden zugebaut, große, unpersönliche Gebäude dominieren. Aber die Menschen brauchen Platz, um sich zu entfalten. Durch Street-Art holen sich die Stuttgarter ihre Stadt zurück.“ Die Favoriten der Street-Art-Künstlerin sind Aufkleber. Sie schafft aber auch Folienbilder. „Dafür nehme ich breite Folie, die eigentlich für Paletten gedacht ist, und male darauf meine Bilder. In der Stadt kann ich die Folie dann leicht aufspannen und meine Werke zeigen.“

Streetart Stuttgart Kreativkreisel Serife Zor
Die Urban-Art-Künstlerin und Street-Art-Dozentin Serife Zor.

Legal oder toleriert – Street-Art-Hotspots

Flächen, an denen Stuttgarter Street-Art-Künstler ihre Kunst legal anbringen können, sind beispielsweise an der „Hall of Fame“ in Cannstatt zu finden. Zusätzlich gehen auch immer mehr öffentliche Einrichtungen, Gastronomien, Clubs und auch Hausbesitzer direkt auf die Künstler zu, bieten ihnen eine freie Fläche und lassen sich das Gebäude mit großflächigen Bildern verschönern. Werke an nicht freigegebenen Stellen werden in Stuttgart oft toleriert – solange sie sich wieder entfernen lassen und keine dauerhaften Schäden hinterlassen. Darunter fällt beispielsweise das „Guerilla Knitting“, also mit Wolle umspannte Bäume, oder andere Objekte im öffentlichen Raum. Aktuell im Trend sind Sticker, Schablonen und Aufkleber sowie Kunstwerke aus Bauschaum und Styropor. Diese entdeckt man häufig bei einem Rundgang durch die Stadt.

Bekannte Street-Art-Hotspots in Stuttgart:
Waggons am Nordbahnhof
Hall of Fame Bad Cannstatt unter der König-Karls-Brücke/Durchgang vom Canstatter Wasen
• Graffiti-Laden Street Colourz, Ossietzkystraße 8
Club Romantica, Hauptstätter Straße 40
Club Zollamt/Kulturinsel

Streetart Stuttgart Kreativkreisel Hall of Fame Bad Cannstadt
Die Hall of Fame unter der König-Karls-Brücke in Bad Cannstadt ist ein legaler Hotspot für Graffiti.

Hauptsache, kreativ!

Martina Rodriguez Romero und ihre Geschäftspartnerin Claudia Merk bieten in ihrer Kunstschule Kreativkreisel Kurse sowie Events. Im Interview verrät sie, warum ihr Kunst und Kreativität in Stuttgart am Herzen liegen.

Kunst und Stadt – warum passt das so gut zusammen?

Kunst für die Stadt und für Menschen hat mich schon immer interessiert. Mein Credo lautet: Jeder kann künstlerisch aktiv sein! Man muss nur die richtige Richtung und das richtige Mittel finden, mit dem man seine persönlichen Gedanken ausdrücken kann. Als studierte Kunst- und Medienpädagogin habe ich beispielsweise auch Projekte mit Obdachlosen oder psychisch Erkrankten geleitet. Unkonventionelle Kunstkurse waren schon immer mein Ding. So entstand die Vision einer Plattform, um ganz unterschiedliche Zielgruppen an ihre Ausdrucksmöglichkeiten heranzuführen. Im Kreativkreisel haben wir Freude daran, Wege zu finden, um die Kreativität in den Menschen bestmöglich zu wecken.

Wie verbinden Sie das mit Urbanität?

Unsere Schule ist ein Kreativ-Spot mitten in der Stadt. Zugleich gehen wir aber auch raus – mit unseren Kunstwerken aus dem Street-Art-Kurs und mit unseren Schülern beim Urban Sketching. Jede Woche nehmen wir dort ein Stück Stuttgart für uns ein, treffen uns, zeichnen, fotografieren, skizzieren, was wir sehen. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein Flashmob: 30 Schüler, die sich an einem Ort treffen, umherlaufen, künstlerisch tätig sind. So bringen wir Kultur zurück in den Alltag und entdecken die Stadt neu.

„Wir sehen, dass die Persönlichkeit der Menschen ihre Kunst ausmacht.“Martina Rodriguez Romero

Streetart Stuttgart Kreativkreisel Marina Rodriguez Romero
Martina Rodriguez Romero von der Kunstschule Kreativkreisel. Der Hauptfokus des Angebots liegt auf sogenannten Mappenkursen, in denen die Schüler gezielt auf die Bewerbung an einer Kunsthochschule vorbereitet werden. Daneben finden für Teilnehmer aller Altersgruppen Kreativ-Teambuildings, experimentelle Kunstkurse für Hobbykünstler oder Events wie das Mal-Frühstück oder Aktzeichnen zum Junggesellinnenabschied statt.
Was unterscheidet Ihre Kunstschule von anderen Angeboten?

Bei uns gelten die klassischen Dogmen, die man aus der Schule kennt, nicht. Wir sehen, dass die Persönlichkeit der Menschen ihre Kunst ausmacht. Bei uns kann man sich ohne Druck an unterschiedlichen Techniken ausprobieren und gemeinsam mit anderen schöpferisch tätig werden. Langfristig wollen wir das Angebot noch weiter ausbauen und zum Beispiel Kunst, Design und Tanz miteinander verbinden. Hauptsache, kreativ!

Ein Tipp von Ihnen als Stuttgarterin: Wo spüren Sie besonders viel Inspiration?

Ich gehe am liebsten mit den Schülern in den Chinesischen Garten in der Panoramastraße. Es ist immer wieder erstaunlich, wie man hier innerhalb weniger Meter in eine ganz andere Welt eintaucht – eben noch mitten in Stuttgart und plötzlich in China mit vielen ungewöhnlichen Motiven. Spannend finde ich auch den urbanen Alltag. Einen völlig neuen Blickwinkel der Stadt erfährt man, wenn man sich einfach mal ein paar Stunden mit einem Skizzenbuch in die U-Bahn setzt, die Umgebung beobachtet und mit den Menschen um sich herum ins Gespräch kommt. Auch hier entwickeln sich ganz viele kreative Ideen.

Streetart Stuttgart Kreativkreisel Chinesischer Garten
Der Chinesische Garten ist für Martina Rodriguez Romero ein Ort der Inspiration. Hier das Ergebnis einer Urban-Sketching-Session.