29. Dezember 2017
Menschen | Mannheim-Heidelberg-Landau

Studybees
Erfolgreich mit Crashkursen für Studierende

Extrem viel Stoff innerhalb kürzester Zeit, eine Klausur nach der anderen und Durchfallquoten von 60 Prozent – seit der Bologna-Reform ist das Studium straffer und auch stressiger geworden. Nicht alle Studierenden kommen damit klar. Warum nicht etwas anbieten, was früher auch schon geholfen hat? Das fragten sich vier junge Leute aus Mannheim und gründeten die Nachhilfe-Plattform Studybees. Dank dieser können Hochschüler von den Erfahrungen älterer Semester profitieren, zum Beispiel in Form von Crashkursen. Ein Erfolgsmodell.

Vor Anfragen kann sich das junge Start-up kaum retten: Über 10.000 Nutzer hat die Nachhilfe-Plattform Studybees bereits – und täglich kommen neue hinzu. Kein Wunder: „Von den Studierenden wird heute sehr viel verlangt, da stehen zum Beispiel Unmengen an Lernstoff sowie fünf bis zehn Klausuren innerhalb von zwei bis drei Wochen am Ende des Semesters an“, erzählt Mitgründerin Alexandra Slabskaia. „Außerdem wird gerne mit hohen Durchfallquoten gearbeitet, um ‚auszusieben‛, was zu enormem Leistungsdruck und Versagensängsten bei vielen Studierenden führt.“

Die Gründer von Studybees: Johannes, Alexandra, Julia und Fabian
Johannes, Alexandra, Julia und Fabian sind die vier Gründer: Ihre Nachhilfe-Plattform Studybees bietet Crashkurse für Studierende, damit diese von den Erfahrungen älterer Semester profitieren können.

Die Erfahrung älterer Studenten nutzen

Alexandra Slabskaia und Julia Hetzel lernten sich im ersten Semester ihres BWL-Bachelor-Studiums an der Uni Mannheim kennen und beschlossen, dass sich etwas ändern muss. „Damals haben wir gemerkt, wie sehr unsere Kommilitonen und manchmal auch wir selbst an bestimmten Fächern verzweifeln und dass es kaum bis gar keine Angebote in Richtung Nachhilfe oder Crashkurse für Studenten gibt. Unsere Idee war, dass es sinnvoll wäre, wenn Studenten von den Erfahrungen der Ex-Semester profitieren“, so Slabskaia. Schließlich haben diese die Prüfungen bereits erfolgreich absolviert und können besser einschätzen, welcher Stoff für die Klausuren wirklich relevant ist.

Gemeinsam mit zwei Freunden gründeten sie Studybees – eine Nachhilfe-Plattform von Studenten für Studenten, die sich derzeit vorwiegend an künftige Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure und Juristen wendet. „Wir haben quasi eine Marktlücke entdeckt“, sagt Slabskaia, „denn wir sind der erste deutschlandweite Anbieter von prüfungsvorbereitenden Crashkursen speziell für Studenten.“ Während der Nachhilfemarkt für Schüler riesig sei, stünden Studierende oft alleine da. Anfangs richtete sich das Angebot auf die Vermittlung von qualifizierten Nachhilfekräften, mittlerweile finden Studenten aber auch viele strukturierte Crashkurse auf der Nachhilfe-Plattform, die sie vor Ort auf ihre Prüfungen vorbereiten. „Wir haben uns weiter an die Bedürfnisse der Studenten angepasst, um sie dabei zu unterstützen, entspannter und erfolgreicher durch ihre Klausuren zu kommen und dabei mehr aus dem Studium mitzunehmen.“

Das Start-up Studybees wurde von Johannes, Alexandra, Julia und Fabian gegründet.
Schon mehr als 1.000 Tutoren arbeiten inzwischen bei Studybees.
Zeit zum Relaxen zwischen den Studybees-Crashkursen.
Wie geht es weiter? Die Gründer Fabian, Alexandra und Julia treffen sich zum Meeting in lockerer Atmosphäre.

Hilfe von den Gründerzentren Mannheim

Beim Umsetzen ihrer Ideen erhielt das junge Start-up Unterstützung von den Gründerzentren Mannheim. Alexandra Slabskaia: „Sie waren und sind uns eine große Hilfe. Wir haben zum Beispiel von der Stadt Mannheim Zuschüsse für die Arbeitsplatz-Einrichtung erhalten und nutzen jetzt schöne, bezahlbare Büroräume in der Nähe des Hauptbahnhofs. Hätte es dieses Angebot für uns nicht gegeben, hätten wir vermutlich noch ein Weilchen länger aus unserem Wohnzimmer heraus arbeiten müssen.“ Mannheim sei eine super Stadt für Start-ups, denn durch die Nähe zu großen und renommierten Hochschulen habe man hier gute Chancen, talentierte Mitstreiter zu finden. Und ein gutes Team sei beim Gründen schließlich das A und O.

Einen großen Teil ihrer Kosten können die vier bereits durch die Umsätze decken. „Zusätzlich haben wir zwei Investoren, die uns in der Aufbauphase unterstützen: einen privaten, der uns von Anfang an begleitet, und die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), die kürzlich eingestiegen ist.“ Auf diese Weise schafft es das Start-up, die Kosten für die Nachhilfe- und Crashkurse so studentenfreundlich wie möglich zu halten. „Da mit der Organisation jedoch auch ein hoher finanzieller Aufwand verbunden ist, können wir unsere Kurse leider nicht kostenlos anbieten.“

Die Nachfrage scheint das nicht zu beeinträchtigen: Zu den derzeit etwa 10.000 Studybees-Nutzern kommen täglich neue dazu. Transparenz ist dem Start-up wichtig: „Die Plattform ermöglicht es, einzelne Preise zu vergleichen“, sagt Slabskaia. „Außerdem können Interessenten die Bewertungen sehen, die die Tutoren von den Usern erhalten haben.“ Die Auswahl ist groß: Über 1.000 Tutoren sind bereits registriert.

„Auch wir sind – trotz unserer Einser-Abis – im Studium an einigen Fächern verzweifelt.“Alexandra Slabskaia, Mitgründerin von StudybeesUnd was ist für die Zukunft geplant? „Vergangenes Semester waren wir mit Crashkursen an über 30 Hochschulen aktiv, dieses Semester nehmen wir noch weitere dazu. Nachhilfe findet man bei uns sogar deutschlandweit. Diese vermitteln wir vollkommen kostenlos, da wir Studenten aus allen Studiengängen und an allen Hochschulen unterstützen wollen. Hier ist die Bandbreite an Studiengängen und Fächern viel größer, sodass fast jeder etwas Passendes für sich finden kann.“ Außerdem wurde das Angebot um Online- und Abitur-Crashkurse für Schüler erweitert.

Dass sie ihren Gründertraum in die Realität umgesetzt haben, hat das Quartett bisher nicht bereut. „Natürlich müssen wir den Gürtel zeitweise etwas enger schnallen und lassen unsere Stifte auch nicht um 17 Uhr fallen“, so Slabskaia. „Deswegen ist gute Planung erforderlich, um trotzdem genug Zeit mit Freunden und Familie verbringen zu können. Aber wir konnten in den letzten Jahren mit Studybees sehr viel erreichen und vielen jungen Menschen helfen. Das ist ein tolles Gefühl, und das macht uns glücklich.“

Das Start-up Studybees wurde von Johannes, Alexandra, Julia und Fabian gegründet.
Studenten für Studenten, das ist das Prinzip beim Start-up Studybees. Die Tutorials werden von höheren Semestern gehalten.
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