25. April 2018
Menschen | Ulm/Schwäbisch Gmünd

Backbube aus Leidenschaft

Sie erzählen ihre eigenen Geschichten: die Kuchen von Markus Hummel, auch bekannt als der „Backbube“. In seinem Blog stellt der Ulmer regelmäßig neue Rezepte vor – mit Erfolg. Mittlerweile haben mehr als 3,5 Millionen Menschen seinen Blog gelesen. Der leidenschaftliche Backprofi zeigt uns seine neuen Kreationen.

Es duftet nach Vanille und Zimt. Auf dem Küchentresen liegen Eier, Zitronen und Früchte. Daneben steht eine Schüssel mit Schneebesen, Mixer und Holzlöffeln. Doch bevor der Backbube alias Markus Hummel sein neues Gebäck vorstellt, verrät er sein Erfolgsrezept: „Hinter jeder Kreation steckt eine persönliche Geschichte. Ich lasse mich von Erlebnissen, Freunden oder meiner Familie inspirieren.“ So ist auch die Idee für einen Zitronenkuchen entstanden, der mittlerweile eine besondere Bedeutung für den Backbuben hat. „An meinem Geburtstag war ich mit Freunden zusammen in der Ulmer Cocktailbar Blaupause. Ich habe mir dort einen Gin mit Zitrone, Rosmarin und Ingwer bestellt. Zutaten, die ich genauso gut zum Backen verwenden kann.“ Ein paar Tage später zauberte Markus Hummel daraus einen Kuchen, fotografierte ihn und lud das Bild im Netz hoch. Der Zitronenkuchen kam so gut an, dass weitere Kreationen folgten. „Ich liebe das klassische Backen, probiere aber auch gerne Neues aus“, sagt er.

Backbube: Markus Hummel aus Ulm
Seine Kreationen erzählen Geschichten: Der Ulmer Backbube lässt sich von Erlebnissen, Freunden und der Familie inspirieren.

Ans Werk: der Jubiläumskuchen

Eine seiner neuesten Kreationen ist der „Number-Cake“ aus Tonkabohnen, einer Sahnecreme und Macarons (das Rezept dazu steht am Ende des Artikels). „Ich bin mit meinem Blog vor genau sechs Jahren gestartet. Der Kuchen soll an diese wunderbare Zeit erinnern“, sagt Markus Hummel. Im Laufe der Zeit hat der Backbube ein sehr gutes Gespür für die Zusammensetzung eines Teigs entwickelt. „Ich entscheide immer nach Gefühl, wie viel Mehl und Zucker den Kuchen perfekt machen. Anfänger sollten sich aber 1:1 an das Rezept halten.“

Der Backbube lässt beim Backen nichts anbrennen: Teig anrühren, die Zahl Sechs mit einer Schablone ausstechen, Sahne schlagen und den fertigen Kuchen verzieren. Alles klappt gleich beim ersten Versuch. Nach knapp zweieinhalb Stunden ist das Kunstwerk fertig. Doch nicht nur das Backen, sondern auch die Fotos tragen zum Erfolg des leidenschaftlichen Bäckers bei. „Ich betrachte meine Fotografie eher als Foodkunst. Ich hebe mich von anderen Bloggern ab, indem ich nicht jedem Trend folge“, beschreibt Hummel. Im Moment sei die sogenannte Moody-Fotografie beliebt. Dabei werden die Fotos vor dunklen Hintergründen gemacht und mit vielen Details versehen. „Ich mache genau das Gegenteil: Meine Bilder sind hell. Das Wesentliche, der Kuchen, steht im Fokus.“

Backbube: eine Sechs als Kuchen
Vor sechs Jahren ist Markus Hummel mit seinem Backblog gestartet: Der „Number-Cake“ soll an seine Geschichte erinnern.

Der Number-Cake: So geht’s

Teig vorbereiten

200 g Zucker, 300 g Butter, 400 g Mehl und ½ TL fein geriebene Tonkabohne verkneten. Den Teig dritteln, zu flachen Scheiben formen und in Frischhaltefolie gewickelt etwa eine Stunde im Kühlschrank lagern. Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen und drei Backbleche bereitlegen.

Zahl formen

Den Teig aus dem Kühlschrank holen und alle drei Teile zwischen je zwei Backpapierstücken flach ausrollen. Aus einem Stück Pappe die gewünschte Zahl für den Kuchen ausschneiden, hintereinander auf die drei ausgerollten Teigstücke legen und die Ränder jeweils mit einem Messer nachfahren.

Creme anrühren

Die Schablone herunternehmen, die Zahlen aus Teig im vorgeheizten Ofen zwölf Minuten goldbraun backen, dann abkühlen. Anschließend 700 g Sahne etwa 30 Sekunden schlagen, sechs TL San-apart und zwei gemahlene Zimtblüten dazugeben, steif schlagen und in einen Spritzbeutel füllen.

Kuchen verzieren

Mit dem Spritzbeutel kleine Cremetupfen gleichmäßig auf dem ersten Teig verteilen. Die zweite Schicht darauf platzieren, wieder eine Sahneschicht auftragen und den letzten Teig auflegen. Abschließend den Cake je nach Geschmack mit Sahne, Macarons, Früchten oder Schokolade verzieren.

Der letzte Schliff

Wer seinen fertigen Kuchen individuell aufpeppen möchte, kann zum Beispiel eine persönliche Botschaft auf Papier schreiben. Diese wird dann einfach mit zwei Zahnstochern oder Schaschlikspießen aufgesteckt. Auch Schriftzüge aus Zuckerpaste, Speisefarbe oder flüssiger Schokolade geben dem Kuchen den letzten Schliff. Die Kreation abschließend in einer selbst gestalteten Schachtel – und fertig ist das Kunstwerk. „Backen ist eine sehr kreative Arbeit, bei der ich viel experimentiere. Manchmal entstehen Kuchen auch auf einem Grill“, erklärt Markus Hummel. Möglicherweise eine Idee, um mehr Männer für das Hobby zu begeistern? „Ja, auf jeden Fall. Auch Rezepte mit Craft Beer locken Männer in die Küche. Erst dabei entdecken viele, dass ihnen das Backen Spaß macht.“

Backbube: Informationen
Markus Hummel
  • Beruflicher Werdegang:

    Er hat eine vierjährige Ausbildung zum Schauspieler in Ulm absolviert und zwölf Jahre in einem Ensemble an der jetzigen Jungen Ulmer Bühne gearbeitet.

  • Backkünste:

    Das Backen hat er von seiner Mutter gelernt. Erst war es ein Hobby, doch durch Kurse, Fortbildungen und Tipps anderer Back-Experten hat er sein Know-how ausgebaut. Seit 2018 ist er hauptberuflich als Blogger und Foodfotograf tätig. Sein Motto: „Möge der Schneebesen mit dir sein.“

  • Social Media:

    Infos zum Backbuben und neuen Kreationen gibt es auch bei Instagram und auf Facebook.