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Menschen | Reutlingen/Tübingen - 19. Juni 2019

Fridi unverpackt
Plastikfrei einkaufen

Lina Fritz hat mit dem ersten Unverpackt-Laden in Reutlingen den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Mit Erfolg, denn ihr Lebensmittelgeschäft, das gänzlich ohne Plastikverpackungen auskommt, ist der Renner am Weibermarkt.

„Einkaufen wie im Supermarkt – nur ohne Verpackung“ lautet das schlichte, aber nachhaltige Motto von Fridi unverpackt. Wer den Laden zum ersten Mal besucht, staunt nicht schlecht, denn die Produkte sind eben nicht in Plastikfolie, Netzen, Kartons oder grell beschichteten Schachteln verpackt, sondern befinden sich in Körben, Gläsern, Spendern oder Keramikgefäßen. Hier können sich Kunden bedienen und Lebensmittel oder auch Utensilien fürs Badezimmer in eigenen Gefäßen mitnehmen. Und warum müssen Nudeln, Äpfel oder Gewürze in Kunststoffverpackungen über den Ladentisch gehen, wenn es genauso gut im mitgebrachten Glas oder Baumwollbeutel geht?

„Dann mach es doch selbst!“

Fridi unverpackt ist im Grunde aus einer Laune heraus entstanden, wie sich Gründerin Lina Fritz erinnert, und Ende 2017 an den Start gegangen: „Vor fünf Jahren hatte ich von dem Berliner Laden „Original Unverpackt“ gehört und mir gewünscht, dass bei uns in Tübingen auch so ein Geschäft aufmacht, in dem Einkaufen ohne Verpackungsmüll möglich ist.“ Als nach zwei Jahren noch immer nichts passiert war, sagte ihr Ehemann im Spaß: „Dann mach es doch selbst!“

Fridi unverpackt Reutlingen
Das Unverpackt-Konzept kommt bei den Reutlingern gut an. Gründerin Lina Fritz war anfangs selbst vom Zuspruch überrascht.

„Meinen Mann und mich hatte die Idee einfach nicht mehr losgelassen.“Lina Fritz

Ein paar Monate später war der Plan herangereift und brachte die diplomierte Wirtschaftsingenieurin dazu, ihren sicheren Job bei einem Konzern zu kündigen. „Meinen Mann und mich hatte die Idee einfach nicht mehr losgelassen“, erklärt die 36-Jährige. Auf einer Reise durch Skandinavien schaute sich das Paar mitsamt den drei Kindern Unverpackt-Läden in Kopenhagen und Malmö an. Mit den neu gewonnenen Inspirationen machte sich Lina Fritz ans Gründen und sammelte über die Crowdfunding-Plattform startnext 12.000 Euro Startkapital.

Fridi unverpackt Reutlingen
Hell, freundlich, aufgeräumt – der „Fridi unverpackt“-Laden in Reutlingen.

Nachhaltig einkaufen

Fridi unverpackt ging dann doch im benachbarten Reutlingen an den Start und nicht in ihrer Heimatstadt Tübingen, aber ansonsten lief alles nach Plan oder eher noch besser: „Wir hatten von Anfang an höhere Umsätze als gedacht“, erinnert sich die Ladenbesitzerin. „Wir steigern uns immer noch von Monat zu Monat, im Schnitt besuchen uns 130 bis 200 Kunden pro Tag.“

Inzwischen beschäftigt der Unverpackt-Laden am Reutlinger Weibermarkt direkt gegenüber der Marienkirche drei Festangestellte und bis zu zwölf Aushilfen. Rund 1.500 Artikel hat Fridi unverpackt im Sortiment, allerdings keine Fertig- und Tiefkühlprodukte und kein Fleisch. „Bei Fleisch sind uns die Hygienevorschriften momentan noch zu heikel“, erklärt Fritz. „Ansonsten kann man bei uns alles kaufen, was im Supermarkt angeboten wird. Wir haben auch zehn verschiedene Nudelsorten, aber eben keine 50.“

Und wer braucht die schon? Die gleiche Frage kann man zum Thema Verpackungen stellen. Bei Fridi unverpackt wird auch auf Nachhaltigkeit in der Lieferkette großen Wert gelegt. Was Kunden in der Regel nicht sehen, sind die Verpackungsmengen, die auf dem Weg vom Großhändler zum Laden anfallen. Hier hat Fritz mit Lieferanten ein Pfandsystem ausgeknobelt, bei dem wiederverwertbare Minicontainer – also keine Einwegverpackungen – zum Einsatz kommen. „Für uns ist die Lieferkette entscheidend und nicht nur das, was nachher im Laden präsentiert wird.“

Um auch die Reutlinger Kunden zu erreichen, denen der Weg in den Laden zu weit oder zu beschwerlich ist, hat Fridi unverpackt einen Lieferservice gestartet. Kunden können die regional erzeugten Waren online bestellen, die dann mit einem Lastenrad emissionsfrei zu ihnen nach Hause kommen.

Fridi unverpackt Reutlingen
Nudeln direkt zum Abfüllen ins eigene Gefäß. Eine weitere Möglichkeit, Verpackungen zu vermeiden.
Unverpackt Reutlingen, Blick auf die Auslage
Brotaufstriche, Salate und Getränke – das Sortiment besteht aus rund 1.500 Produkten.

Plastikfrei leben

„Ich persönlich versuche schon seit Jahren, Müll und vor allem Plastik weitestgehend zu reduzieren, auch weil ich Kinder habe“, sagt die Gründerin von Fridi unverpackt. Jeder könne verpackungsfrei einkaufen, auch wenn kein spezieller Laden in der Nähe ist. „Der Wochenmarkt ist hierfür die erste Wahl, auch im Hinblick auf Saisonalität und Regionalität. Man kann sich zum Beispiel die Lebensmittel in mitgebrachte Gläser abfüllen lassen.“ Ansonsten habe sie mit ihrer Familie gelernt zu verzichten. „Wir haben Süßigkeiten und Schokolade in Plastikverpackungen gestrichen, auch Spielzeug aus Kunststoff muss nicht unbedingt sein. Wer das einmal konsequent ausprobiert, wird sehen, wie schnell sich alle daran gewöhnen, auch die Kinder.“