13. Dezember 2017
Menschen | Wuppertal

Filmreifes Wuppertal

200.000 Follower bei Youtube, Grimme-Preis und schließlich der Deutsche Fernsehpreis: Die erste Staffel der Jugendserie Wishlist ist ein echter Hit. Autor und Regisseur Marc Schießer verrät, was die Serie so besonders macht, welche Rolle Wuppertal in der Geschichte spielt und worauf sich Zuschauer in der zweiten Staffel freuen dürfen.

Ein neuer Marken-Lippenstift, ein Paar angesagte Sneaker oder endlich ein eigenes Auto. Das sind die Wünsche der Jugendlichen. Auch die der 17-jährigen Mira und ihrer Freunde aus Wuppertal. Und endlich werden ihre Träume wahr. Denn die neue App „Wishlist“ erfüllt einfach alle Wünsche – allerdings nur unter einer Bedingung: Sie müssen eine entsprechende Gegenleistung erbringen. Die Teenager sollen ganz bestimmte Aufgaben erledigen. Und die haben es in sich. Wie weit werden Mira und ihre Freunde gehen, um ihre geheimen Wünsche zu erfüllen?

Und Action: Wuppertal, die Filmstadt

„Wuppertal passt perfekt zur Geschichte der Serie, weil die Stadt mit ihren vielen schönen, aber auch düsteren Ecken architektonisch sehr spannend ist“, schwärmt Autor Marc Schießer von seiner Heimatstadt. Hinzu kommt, dass der Großteil der Jugendserien heute in Städten wie Berlin oder Köln gedreht wird. Wuppertal hingegen sei in dieser Hinsicht noch unberührt. Gedreht wurde zum Beispiel an bekannten Hotspots wie der Uni Wuppertal, dem angesagten Luisenviertel und der Schwebebahn. „Am meisten habe ich mich darüber gefreut, dass wir in der Schwimmoper drehen konnten. Denn das Gebäude hat einen speziellen Look und ist ein echtes Wahrzeichen, das man in dieser Form nur in Wuppertal findet“, sagt Schießer. Um tagsüber und auch nachts dort drehen zu können, wurde das Gebäude von der Stadt in dieser Zeit geschlossen. Aber auch das Luisenviertel hat es Wishlist-Autor Schießer angetan: „Ich persönlich mache dort auch ab und zu eine Kneipentour.“

Wishlist Autor Schießer arbeitet auch als Produzent.
Autor und Regisseur von Wishlist: Marc Schießer

Den Alltag filmreif machen

Zusammen mit den beiden anderen Produzenten Marcel Becker-Neu und Christina Ann Zalamea ist Marc Schießer auf die Idee dieser mysteriösen App gekommen. „Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die App und natürlich um Social Media, weil Jugendliche beides täglich in ihrem Alltag benutzen und wir so nah an dem Thema dran sind“, erklärt Schießer. Nachdem Idee und Geschichte von Wishlist feststanden, hat das Dreier-Team die Handlungsschritte, Figuren und Charaktere weiterentwickelt. Dieser Prozess dauerte einige Wochen. „Gleichzeitig suchten wir auch nach spannenden Locations und veranstalteten Castings für die neuen Rollen und Gastauftritte. Das ist immer viel Organisationsarbeit für uns“, erklärt Schießer. Teil des Serienkonzeptes ist es, Youtuber mit in den Cast aufzunehmen. „In der ersten Staffel spielt Dagi Bee mit. Wir haben uns bewusst so entschieden, weil es der effektivste Weg für den Serienstart war. So erreichen wir einfach eine große Menge Jugendliche“, sagt Schießer.

Erfolgsformat mit Regisseur Schießer

Die Serie mit den vielen neuen Filmgesichtern ist frisch, authentisch, unverstellt und kommt direkt aus der Lebenswelt der Jugendlichen. So hebt sich Wishlist vom bisherigen Seriencontent in Deutschland ab. Hinzu kommt, dass auch das Format der Webserie in dieser Art noch nicht so weit verbreitet ist. Der Markt ist dahingehend sehr klein – umso mehr Aufmerksamkeit bekommt deshalb Wishlist. Schießer erklärt: „Das Format bringt außerdem viel Freiheit mit sich, weil wir nicht an TV-Slots gebunden sind. Jede Folge wird nur so lange gedreht, wie es für die Geschichte der Folge nötig ist.“ Vielmehr ist entscheidend, dass die Story funktioniert und sie Zuschauer verschiedener Altersklassen in ihren Bann zieht.

Einfach mal reinklicken: der Trailer zur Serie

Die zweite Staffel – worauf sich Fans freuen dürfen

Start

Die erste Folge erscheint am 14. Dezember auf Youtube – danach folgt jede Woche eine weitere im Web. Insgesamt laufen zwölf Folgen, die letzte im Februar. Gleichzeitig beginnt die Ausstrahlung der ersten Staffel im Fernsehen.

Länge

In der ersten Wishlist-Staffel dauert jede Folge etwa 15 Minuten – in der zweiten laufen sie mit 30 Minuten doppelt so lange, zum Teil sogar 45 bis 50 Minuten. Durch den Erfolg der ersten Staffel wurde das Filmbudget deutlich erhöht.

Hochspannung

Schon zu Beginn der Staffel geraten Figuren in Lebensgefahr. Durchweg sind Konfrontationen, Dramen, aufwendige Action-Szenen und Explosionen eingebaut. Dabei bleibt ungewiss, ob alle Helden aus der ersten Staffel überleben.

Atmosphäre

Insgesamt wird die Serie noch gruseliger und düsterer. Die Themen und Figuren sind erwachsener geworden, und die Zuschauer erfahren mehr über ihre Hintergründe. Die Geschichte wird sicherlich ein Opfer fordern …