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Menschen | Aachen - 29. August 2019

Curse:
Von Rap bis Yoga

Michael „Curse“ Kurth hat den deutschen Hip-Hop geprägt und zehn Jahre als Rapper Vollgas gegeben. Bis er auf die Bremse trat und einen kompletten Neustart wagte. Durch Buddhismus, Yoga und Meditation fand er mehr Klarheit im Leben und entdeckte auch seine Liebe zur Musik wieder. Mit viel Power gibt er seine Erfahrungen nun weiter.

Der CHIO in Aachen, eine der größten Veranstaltungen rund um den Pferdesport weltweit, ist auf den ersten Blick sicher ein ungewöhnlicher Ort für eine Meditation. Genauso ungewöhnlich wie der Mann, der am Stand von Mercedes-Benz Aachen eine „perfekte Meditationssession“ verspricht. Michael Kurth, vielen besser bekannt als der Rapper Curse, ist nicht nur Musiker, sondern auch Buddhist, systemischer Coach und Yogalehrer – und meditiert regelmäßig.

Rund 25 CHIO-Besucher, Fans und Neugierige haben bei Mercedes-Benz auf bequemen Sesseln und Sitzkissen Platz genommen. Sie wollen sich einlassen auf ein paar Minuten Ruhe mitten im Trubel in der Soers. Um zu meditieren, muss man laut Curse weder stundenlang still sitzen und an nichts denken noch Mantras singen oder Räucherstäbchen anzünden. Stattdessen innehalten, auf den Atem konzentrieren, spüren, was los ist – auch wenn es nur eine Minute dauert. Es geht darum, ein bisschen entspannter mit sich selbst zu sein. Nach der Session hat Michael Kurth alias Curse Zeit für ein Gespräch über seinen Weg zur Meditation, seine Einstellung zum Glück und die Frage, ob die Marke Mercedes-Benz gut zu seinem Lebensgefühl passt.

Mehr Klarheit, mehr Wahrnehmung, mehr Mensch

Auf dem CHIO leitete Curse eine Meditationssession.
Am Stand von Mercedes-Benz sorgte Michael Kurth alias Curse für einen Moment der Ruhe mitten im Trubel des CHIO.
Du hast eben mit vielen Klischees über Meditation aufgeräumt. Welche hattest du im Kopf, bevor du angefangen hast zu meditieren?

Der Gedanke zu meditieren war mir nie fremd – im Gegenteil: Mich hat das immer fasziniert, aber ich dachte, dass ich mich damit erst im Alter beschäftige. Dann hätte ich keinen Stress mehr und mir könnte alles egal sein. Aber noch bin ich jung, dynamisch und will etwas reißen. Ich dachte: „Wenn ich jetzt schon meditiere, ist mir vielleicht zu früh vieles gleichgültig.“

Was hat dich von dieser Vorstellung abgebracht?

Ich wollte immer rappen und bin dann ja auch im Hip-Hop erfolgreich geworden. Zehn Jahre habe ich nichts anderes getan als das – Rap-Musik, Festivals, Alben, Musikvideos. Immer nur gemacht, immer Gas gegeben. Ich dachte, ich mache das, was ich liebe, deshalb werde ich bestimmt bald glücklich. Stattdessen ich bin immer unglücklicher geworden. Also sagte ich mir: „Ich brauche noch mehr Erfolg, muss noch mehr machen, mehr arbeiten, mehr erleben, weiter reisen, teurer essen, besseren Wein trinken.“ Trotzdem wurde ich unglücklicher. Irgendwann war ich an einem Punkt im Leben, an dem ich auf den „Reset“-Knopf gedrückt habe. Ich habe Verträge gelöst, die Beziehung beendet, die Wohnung gekündigt – und stand erst mal vor einer weißen Wand. In dieser Situation habe ich mir Hilfe bei einem systemischen Coach geholt. Der fragte mich: „Du weißt schon, dass Profisportler oder erfolgreiche Menschen wie Steve Jobs meditieren?“

Das hat dich überzeugt?

Nicht ganz. Mein Coach hat mich ein bisschen ausgetrickst und mich eine Übung machen lassen, bei der ich gar nicht gemerkt habe, dass ich meditiere. Er hat mir bestimmte Fragen gestellt und ich bin auf die Suche nach meinem eigenen Geist gegangen. Das war völlig krass. Damals habe ich eine wichtige Sache gelernt: Es ist ein großer Unterschied, ob man sich mit etwas beschäftigt, zum Beispiel viel darüber liest, oder ob man es einfach tut. In dem Moment, in dem ich etwas das erste Mal ausprobiere, lösen sich alle Bedenken in Luft auf. Denn dann mache ich Erfahrungen. Bei der Meditation ist das genauso: Wir müssen es einfach tun.

Curse ist ein großer Freund des Dialogs.
Curse hat durch Meditation zu sich gefunden – und gibt seine Erfahrungen gerne weiter.
Du hast mal gesagt, früher hättest du das Glück gleich hinter der nächsten Kurve erwartet. Ist das Glück heute greifbarer für dich?

Ich glaube, dass das Wort Glück eine Falle ist. Denn es gibt niemanden, der immer glücklich ist. Schließlich sind wir Menschen – mit allen Emotionen und Sorgen. Wenn wir aber den Anspruch haben, dass wir jederzeit glücklich sein müssen und unser Geist immer aufgeräumt, setzen wir uns noch mehr unter Druck. Deswegen ist das Ziel der Meditation auch nicht, ständig gut drauf zu sein oder jedes Mal ein perfektes Ergebnis zu haben, wenn wir uns hinsetzen und meditieren. Nein! Das Ziel ist: sehen, was in diesem Moment in uns ist, und lernen, mit unseren vielen Gedanken und Gefühlen Frieden zu schließen. Dann können wir ein klein wenig entspannter und sanfter mit uns selbst umgehen.

Richtet sich deine Botschaft besonders an Menschen, die immer „on“ sind?

In einem bestimmten Alter ist es ganz normal, immer „on“ zu sein. Man will ja auch Gas geben und etwas erreichen. Aber Meditation oder sich selbst besser kennenzulernen heißt ja nicht, dass man weniger „on“ ist. Es bedeutet vielmehr, dass man bei dem, was man tut, wacher wird – mehr Klarheit, mehr Wahrnehmung, mehr Mensch sein.

Musik auf der einen, Coaching und Meditation auf der anderen Seite. Sind das eigentlich zwei Berufungen?

Für mich war das immer eins. Was ich mache, sind die Dinge, die mich begeistern. Musik hören und Texte schreiben – das hat mir in meinem Leben so viel gegeben, dass ich es mit anderen teilen will. Bei Coaching, Meditation und systemischem Denken ist das genauso: Es hat mich so sehr bereichert – und mich teilweise gerettet. Ich kenne viele Menschen, denen würden diese Coaching-Methoden ebenfalls guttun. Das will ich mit ihnen teilen. Also habe ich eine Ausbildung in systemischem Coaching gemacht und mehr über Buddhismus und Meditation gelernt.

Deine Ausbildung hast du in Köln absolviert. Wie ist sonst deine Beziehung zum Rheinland?

Man könnte sagen, ich bin ein Produkt des Rheinlands. Meine Eltern haben sich in Köln kennengelernt. Ich habe selbst sieben Jahre dort gelebt, hatte ein Studio und habe zwei Alben produziert. Das Rheinland ist für mich so eine Art zweite Heimat. Dadurch, dass ich den Wandel in meinem Leben in Köln begonnen habe, habe ich zu der Stadt eine enge Verbindung und bin auch immer noch häufig dort. Wenn ich über den Rhein Richtung Dom fahre, ist das wie nach Hause kommen.

Wie passt Mercedes-Benz zu deinem jetzigen Lebensgefühl?

Seit eineinhalb Jahren mache ich nun schon Events mit Mercedes-Benz. Und finde es cool und gut, dass sich eine Marke wie Mercedes-Benz für die Themen Nachhaltigkeit und bewusste Lebensführung interessiert und auch bereit ist, Leute zu Veranstaltungen einzuladen, um darüber zu sprechen. Wie diesen komischen Rapper, der systemischer Coach ist und mit den Leuten meditiert. Mercedes ist natürlich nicht die einzige Firma, die das macht, aber ich finde es sehr sympathisch, dass der Stern ein Licht auf diese Themen wirft.

Mit seinem einnehmenden Wesen begeistert Curse seine Zuhörer.
Auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht Curse neben den Musikvideos auch seine Podcasts.
Im vergangenen Jahr hast du ein neues Album und dein erstes Buch veröffentlicht. Wann gibt es wieder etwas Neues von dir?

In den letzten Monaten war ich viel auf Tour und bin jetzt in einer Phase, in der ich wieder im Studio arbeite und an neuen Sachen schraube – sozusagen zurück im Labor. 2020 wird viel passieren: Es wird ein neues Album geben und auch ein zweites Buch – eine Weiterführung einiger Aspekte aus meinem Debüt. Es geht wieder um Coaching, systemisches Denken und Meditation.

Schon vor 20 Jahren galt Curse als Intellektueller unter den Rappern.
Michael Kurth aka Curse
  • Musiker:

    Curse ist seit 20 Jahren im Musikgeschäft und hat als Rapper bereits sieben Hip-Hop-Alben herausgebracht, zuletzt 2018 „Die Farbe von Wasser“.

  • Coach:

    Inzwischen ist Michael Kurth auch Autor, Buddhist, Meditationscoach und systemischer Coach. Unter anderem produziert er den Podcast „Meditation, Coaching & Life“.

  • Autor:

    Ebenfalls im vergangenen Jahr erschien sein erstes Buch „Stell dir vor, du wachst auf – Die OOOO+X-Methode für mehr Präsenz und Klarheit im Leben“.

  • Privat:

    Curse lebt mit seiner Familie in Berlin.