19. Dezember 2016

Sekt für besondere Momente

Weihnachten und Silvester stehen vor der Tür. Die beste Zeit, um sich ein außergewöhnlich prickelndes Vergnügen zu gönnen. Denn Sekt ist definitiv nicht gleich Sekt. Cheers!

Besondere Momente sollte man auch besonders feiern. An Weihnachten und Silvester Zeit mit der Familie und Freunden verbringen, ein tolles Essen genießen, Plätzchen naschen und mit einem Glas Sekt auf das Leben und das neue Jahr anstoßen. Aber welcher Sekt ist der beste? Woran erkennt man eine gute Flasche Sekt? Und was ist die optimale Trinktemperatur? Fragen, die Ferdinand Fürst zu Castell-Castell, Inhaber des Fürstlich Castell’schen Domänenamts, dem Mercedes-Benz Kundenmagazin beantwortet.

Ferdinand Fürst zu Castell-Castell
Ferdinand Fürst zu Castell-Castell im Weinberg Casteller Hohnart, der seit 750 Jahren bewirtschaftet wird. „Das gelingt nur, wenn man ihn behutsam pflegt.“

Individualisten mit Persönlichkeit

Das unterfränkische Castell ist bekannt für seine Weine, insbesondere den Silvaner. „Der schwere Keuperboden prägt unseren Wein, man schmeckt die Kräuterwürze und Mineralität. Unsere Tropfen sind Individualisten, sie haben Persönlichkeit und spiegeln ihre Heimat wider.“ Und das trifft natürlich auch auf den Sekt des Weinguts zu. Basis ist der Silvaner. „Dank seiner feinen, zurückhaltenden Säure und seiner edlen Aromen eignet er sich hervorragend“, so der Experte. Jedes Jahr werden nur rund 5.000 Flaschen Schloss-Castell-Silvaner-Brut-Sekt nach der Champagnermethode produziert. Was das bedeutet? „Wir nutzen eine klassische Flaschengärung, die zweite Gärung findet dabei in der Sektflasche statt.“ Das braucht Zeit: Vom Reifen der Traube unter fränkischer Sonne bis zum Verkauf vergehen bis zu 36 Monate. Dabei entsteht ein fruchtbetonter Sekt, der nach Mirabellen und Zitrusfrüchten schmeckt und riecht.

Mit Sekt anstoßen
Prost! Mit Freunden feiern, lachen und hervorragenden Sekt genießen – was will man mehr ...

Mit Brioche-Note oder lieber Holunderblütenaroma?

Klima, geografische Lage und Rebsorte geben dem Sekt seinen Charakter und seinen Geschmack – von nussig und würzig über fruchtig bis hin zu trocken, nach Blüten und Heu duftend, mit zarten Brioche-Noten oder Holunderblütenaromen. Die Vielfalt ist riesig. „Letztendlich kommt es natürlich auf die individuellen Vorlieben an. Nur weil eine Sorte Bestnoten erhalten hat, muss sie nicht jeder gut finden. Wichtig ist allerdings, dass ein Sekt angenehm und natürlich schmeckt und zudem bekömmlich ist.“ Neben Geschmack und Geruch sind auch Optik und Perlage wichtige Qualitätskriterien. „Ein Sekt sollte fein, spritzig und durchgängig perlen. Schäumt er anfangs fast über den Rand und anschließend geht die Perlage schnell verloren, spricht das nicht für seine Güte.“ Eine klare Farbe wie ein glänzendes Goldgelb ist ebenfalls ein Zeichen für Frische.

Ein Perlwein für alle Tage

Nicht so „edel“ wie der Schloss-Castell-Silvaner-Brut, aber ebenfalls beliebt ist der Fraenzi. Der Perlwein des Casteller Weinguts besteht aus den Weintrauben von Bacchus, Scheurebe, Müller-Thurgau, Silvaner und Kerner. „Früher hat man Weine nicht reinsortig ausgebaut wie heute, sondern gemischt. Diese Idee haben wir aufgegriffen. Wie bei einem Orchester treten verschiedene Rebsorten gemeinsam auf. Das Cuvée entsteht im Weinkeller“, erzählt Ferdinand Fürst zu Castell-Castell. Ein genaues Rezept gibt es für den Fraenzi allerdings nicht. Da die Weine jedes Jahr – abhängig davon, ob es trocken, heiß, sonnig oder regnerisch war – unterschiedlich schmecken, wird der Perlwein auch immer wieder neu kreiert. „Wir tasten uns an die perfekte Kombination Schritt für Schritt heran. Mehrere Personen verkosten die Mischung immer wieder, bis wir hundertprozentig zufrieden sind.“

Weintrauben in Castell
Die Weintrauben geben dem Sekt seinen Charakter.
Der Casteller Schlossberg
Wunderschön: Der Casteller Schlossberg im Winter.

Womit Ferdinand Fürst zu Castell-Castell aufs neue Jahr anstößt? „Mit unserem Schloss-Castell-Jahrgangssekt-2011-Silvaner-Brut. 2011 war ein hervorragendes Weinjahr. In der Zwischenzeit hat sich ein feiner, cremiger und ungemein eleganter Silvaner-Sekt entwickelt.“

Prickelndes Sekt-Wissen

Ferdinand Fürst zu Castell-Castell gibt Tipps, worauf man beim Kauf einer Flasche Sekt achten sollte. Außerdem verrät der Weinexperte, woran man einen guten Sekt erkennt und wie er am besten schmeckt.

Die Flaschengärung – wie sie auch beim Champagner angewandt wird – gilt als besonders hochwertig. Sie ist aufwendig, da alle Herstellungsschritte über Monate hinweg in derselben Flasche stattfinden.

Der Verschluss einer Sektflasche sagt viel über den Inhalt aus. Kommen eine Agraffe und Draht zum Einsatz, spricht das in der Regel dafür, dass es sich um ein hochwertigeres Produkt handelt.

Gastgeber sollten darauf achten, dass keine Spülmittelreste an den Gläsern sind. Selbst kleinste Spuren verhindern, dass der Sekt so schön perlt. Vor dem Einschenken die Gläser deshalb nochmals mit klarem Wasser abspülen.

Damit sich der Geschmack eines Sekts perfekt entfalten kann, sollte er eine Temperatur von sechs bis acht Grad Celsius haben. Ausgenommen ist roter Sekt. Die ideale Trinktemperatur liegt hier bei neun bis elf Grad Celsius.

Castell in Unterfranken

Fürstlich Castell’sches Domänenamt

Adresse
Schlossplatz 5
97355 Castell

Öffnungszeiten
Mo.-Fr. 8-18 Uhr
Sa. 10-16 Uhr
Oder nach Vereinbarung

Mehr Infos unter
www.castell.de