09. Juni 2017

Die Magie
der Fotografie

Menschen und Emotionen zu zeigen, aber auch Augenblicke festzuhalten – das treibt Frank Boxler an. Der Profifotograf war bei Fußball-Weltmeisterschaften dabei, in Krisengebieten unterwegs und hat die brasilianische Samba-Queen porträtiert. Im Interview mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin erzählt er von außergewöhnlichen Shootings und seinem aktuellen Projekt: der Kampagne für den „Fränkischen Sommer“.

Herr Boxler, bereits zum vierten Mal haben Sie die Fotos für das Musikfestival „Fränkischer Sommer“ gemacht. Gehen einem da irgendwann die Ideen aus?

Nein, überhaupt nicht. Ich hatte wieder sehr viele Ideen im Kopf. Natürlich möchte man sich von den letzten Kampagnen abheben und die Menschen überraschen und bewegen. Die aktuellen Bilder zeigen Musiker mit ihren Instrumenten in der Natur oder an tollen Locations in Mittelfranken – einige davon sind auch Schauplatz der Konzerte des Festivals. Ein besonderer Hingucker ist der Mercedes-AMG SLC 43*, der Teil vieler Motive ist und uns von der Niederlassung Nürnberg zur Verfügung gestellt wurde. Dieser Kontrast zwischen klassischen Instrumenten wie Cello oder Geige, der Natur, beeindruckender Architektur und dem modernen, auf Hochglanz polierten Auto ist faszinierend.

(*Mercedes-AMG SLC 43: Kraftstoffverbrauch Superplus innerorts/außerorts/kombiniert: 10,7/6,2/7,8 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 178 g/km)

Für welche Locations haben Sie sich entschieden?

Vor allem in der Natur sind viele der Bilder entstanden. Geplant war auch ein Shooting am Brombachsee. Das haben wir wegen Regen spontan unter eine Autobahnbrücke verlegt, die sich auch in einem James-Bond-Film gut machen würde. Dieses imposante Bauwerk und darunter ein junger cooler Typ in Smoking mit Klarinette in der Hand – das ist ein Blickfang. Und das Beste: Wir sind nicht nass geworden (lacht).

Ist das normal, dass Sie bei Shootings spontan einen Plan B aus der Tasche zaubern müssen?

Ja, das ist Alltag. Es gibt immer Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Bei der Nachtaufnahme – ein Künstler wird beim Saxofonspielen von den Scheinwerfern des SLC angestrahlt – bin ich in ein Bienennest getreten und wir mussten das Shooting abbrechen. Zum Glück hatte ich schon gute Bilder im Kasten. Wenn fünf Models, eine Stylistin, ein Assistent und ich sechs Tage lang unterwegs sind, dabei 25 verschiedene Motive und rund 3.000 Fotos entstehen, dann kann man nicht alles im Voraus bis ins letzte Detail planen. Oft entstehen auch während des Shootings neue Ideen oder man sieht durch die Kamera einen Raum mit anderen Augen – für solche kreativen Prozesse sollte man offen sein.

Ist Ihnen das dieses Mal auch passiert?

Eine der Locations war die Martinskirche in Greding. Das ist eine romanische Basilika, die sehr spartanisch gestaltet ist. Je mehr Bilder ich dort gemacht habe, desto begeisterter war ich – ich wollte gar nicht mehr aufhören. Das Reduzierte und Minimalistische wirkt auf den Fotos unglaublich gut, da es den Musikern und ihren Instrumenten den nötigen Raum gibt. Die Aufnahmen sind unaufgeregt und gleichzeitig spektakulär.

„Ich lerne so viele unterschiedliche Menschen und deren Leben kennen. Das ist einfach faszinierend.“Frank Boxler

Fotograf Frank Boxler
Sie strahlen regelrecht, wenn Sie über Ihre Arbeit sprechen ...

Fotografieren ist meine Leidenschaft. Es fasziniert mich, Augenblicke festzuhalten. Ich möchte Menschen und ihre Emotionen in den unterschiedlichsten Momenten zeigen. Das treibt mich an. Ich war in Krisengebieten, bei Fußball-Weltmeisterschaften, habe Forschungsprojekte begleitet, Hochzeiten fotografiert, eine Amazonas-Forscherin und die Samba-Queen in São Paulo porträtiert – die Bandbreite ist riesig. Ich habe schwierige Situationen erlebt, durfte aber auch unglaublich glückliche Momente begleiten. Aber egal was ich fotografiere, der Mensch steht im Mittelpunkt.

Sie sind ja auch viel im Bereich Outdoor und Sport unterwegs. Ihr Sohn spielt erfolgreich Golf – fotografieren Sie ihn auch?

Klar habe ich auch Leon schon beim Golfspielen fotografiert. Er spielt für den Golf Club am Reichswald und will mit seiner Jugendmannschaft Bayerischer und Deutscher Meister werden. Genauso mache ich aber auch viele Fotos von meinem ältesten Sohn und meiner Tochter.

Wie sind Sie eigentlich zur Fotografie gekommen?

Ich habe mit zwölf Jahren angefangen zu fotografieren. Mit 16 habe ich Fotokurse in der Volkshochschule gegeben. Nach einem abgebrochenen VWL-Studium und einem Textvolontariat bei der „Mainpost“ habe ich begonnen, als Fotojournalist bei der Nachrichtenagentur Associated Press zu arbeiten. So wurde mein Hobby zum Beruf.

Welche Projekte stehen bei Ihnen an?

Demnächst bin ich in München, um die Spieler des FC Bayern München mit ihren neuen Trikots zu fotografieren. Außerdem bin ich regelmäßig für einen Hersteller von Outdoor-Ausrüstung in den Bergen unterwegs. Das macht richtig Spaß. Ich erlebe so viel und treffe so unterschiedliche Menschen – ich liebe meinen Job!

Automobil-Fotografie: Tipps vom Experten

Sie möchten beeindruckende Fotos von Ihrem Auto machen? Fotograf Frank Boxler verrät, was Automobil-Fotografie ausmacht und wie man mit kleinen Tricks tolle Ergebnisse erzielen kann:

Lichtsituation

Tageszeit und Sonnenstand spielen eine wichtige Rolle bei der Fotografie. Abends oder früh am Morgen sind die Bedingungen besonders gut. „Wenn die Sonne gerade untergegangen, der Himmel aber noch hell ist, dann ist die perfekte Zeit für Auto-Bilder. Man spricht hier von der sogenannten blauen Stunde“, so Boxler.

Reflexionen

Um Reflexionen zu vermeiden, empfiehlt sich ein Polarisationsfilter, den man auf das Objektiv schraubt. Dank des Filters können unerwünschte Spiegelungen unterdrückt werden. Zudem intensiviert der Polfilter die Farbe des Lacks. „Die Effekte sind zum Teil wirklich erstaunlich.“

Perspektive

„Hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Gerade ungewöhnliche Perspektiven können besonders spannend wirken“, erklärt Frank Boxler. Er rät dazu, mutig zu sein und zu experimentieren. Sein Tipp: Cabriolets mit offenem Dach von oben – beispielsweise von einer Brücke aus – fotografieren, und der Fahrer blickt in die Kamera.

Spiegelungen

Eine künstlerische Note bekommen Fotos, wenn man bewusst mit Spiegelungen arbeitet. „Eine verchromte Radkappe, in der sich Bäume spiegeln, oder das Gesicht des Fahrers im Rückspiegel, das kann sehr gut aussehen.“ Allerdings braucht es meist ein wenig Übung, bis man den Dreh heraushat und tolle Ergebnisse erzielt.

Making-of der Kampagne für den „Fränkischen Sommer“: Fotograf Frank Boxler verlangt sich, seinen Assistenten und den Models das Beste ab.

Fränkischer Sommer

Foto der Kampagne für den Fränkischen Sommer
  • Termin: 20. Mai bis 13. August 2017
  • Allgemein: Das Musikfestival versucht, ein Stück Sommer in die Orte Mittelfrankens zu tragen. Was die Besucher erwartet: ein stimmungsvolles Ambiente, ein vielfältiges Programm sowie herausragende Musiker.
  • Programm: Geboten wird eine bunte Mischung aus Musikkabarett, Musiktheater, Barockopern, Klassik und Jazz.
  • Partner: Die Mercedes-Benz Niederlassung Nürnberg fördert das Event seit vielen Jahren.
  • Website: www.fraenkischer-sommer.de