21. Juni 2017

Der Zukunft so nah

Den Eiffelturm besuchen, in Afrika auf Safari gehen, die Luxuskabine eines Kreuzfahrtschiffes besichtigen, alles, ohne wirklich da zu sein – Virtual Reality macht’s möglich. Neben Augmented Reality zählt diese Technologie zu den großen Techniktrends – auch beim Thema Reisen.

Schritt für Schritt gehe ich den hölzernen Baumwipfelpfad entlang, vor mir sehe ich das Gebirge. Bei jedem Blick nach rechts oder links packt mich der Schwindel, denn es geht tief hinab. Als ich mich am Geländer abstützen will, greife ich ins Leere. „Es ist ein bisschen wie bei Descartes Grundsatz ‚Ich denke, also bin ich’“, sagt Dominik Hell, der den Virtual-Reality-Stand des Baumwipfelpfads Saarschleife betreut. Das trifft es gut, denn eigentlich befinde ich mich in einer Halle auf der ITB Berlin, der weltweit größten Tourismusmesse. Und um mich herum befindet sich weit und breit kein Baum. Es war die VR-Brille, die mich von hier auf den Baumwipfelpfad im Saarland katapultierte und denken ließ, ich befände mich in 24 Meter Höhe.

Die Technologie wird in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt und wird sich in den kommenden Monaten weiter etablieren. Auch immer mehr Reiseanbieter springen auf diesen Zug auf. Für die meisten Urlauber ist sie allerdings noch ein abstrakter Begriff. Dabei können uns Virtual Reality und Augmented Reality sehr von Nutzen sein, wenn es um das Thema Urlaub geht. Das Mercedes-Benz Kundenmagazin hat sich danach umgeschaut, wo und wie man die Zukunft jetzt schon erleben kann.

Virtual Reality

ermöglicht es dem Nutzer, komplett in eine andere Welt einzutauchen und Landschaften, Räume und vieles mehr in einer 360-Grad-Perspektive zu betrachten. Die reale Umwelt wird dabei komplett ausgeblendet.

Augmented Reality

bedeutet so viel wie „erweiterte Realität“. Im Gegensatz zur Virtual Reality wird die Umwelt nicht ausgeblendet, sondern nur angereichert, eine Funktion, die viele bereits vom digitalen Spiel Pokémon Go kennen.

Aus dem Urlaubsguru Store, der ersten Flagship-Repräsentanz des Reiseportals Urlaubsguru.de im westfälischen Unna, sind die Kataloge aus Papier verschwunden. Das Unternehmen ist innovativ. Auch deshalb wurden seine Gründer im Jahr 2016 mit dem Preis Bürger des Ruhrgebiets geehrt. „Wir setzen voll und ganz auf VR-Brillen und unsere Besucher sind begeistert“, berichtet Jens Krömer, Sprecher beim Reiseanbieter. Für viele Menschen, die sich nach einem schönen Urlaub sehnen, sei die Technik Neuland. „Hier in der Region gibt es fast kein Reisebüro, in dem man diesen Trend erleben kann. Wir hingegen haben schon vor mehr als einem Jahr, auch beim Vorgänger-Service ‚Urlaubsguru vor Ort‘ voll und ganz auf die virtuelle Reise gesetzt.“

Einziger Knackpunkt: das bisher geringe Angebot an Virtual-Reality-Inhalten. „Wir arbeiten mit einem Dienstleister, der Hotels, Kreuzfahrtschiffe und viele Sehenswürdigkeiten weltweit in Sekundenschnelle zugänglich macht“, sagt Krömer, „aber wer wirklich jeden Winkel der Erde erkunden will, stößt an Grenzen.“ Weil nicht nur VR-Brillen selbst mittlerweile erschwinglicher werden, sondern auch die Technik, die zur Aufnahme der Bilder und Videos nötig ist, sei ein Schritt in diese Richtung denkbar. „Reisevideos bei Youtube und die exzellente Arbeit unseres Reisemagazins sind nur der Anfang. Wir werden den technischen Fortschritt in jedem Fall begleiten und auch weiterhin dem VR-Trend folgen.“

Virtual Reality – großes Interesse, wenig Angebote

Nach Schätzungen von Michael Faber, Social-Media-Experte von Tourismuszukunft, arbeiten in Deutschland erst acht Prozent der Reisebüros mit Virtual-Reality-Brillen, also ganze 800: „Um diesen Service anbieten zu können, sind die Reisebüros allerdings auch auf die Inhalte angewiesen, die von Veranstaltern zur Verfügung gestellt werden, und davon gibt es noch nicht viele. Aldiana, TUI Cruises und Aida gehören zu den Pionieren, so kann man mittlerweile in manchen Reisebüros dank einer VR-Brille einen 360-Grad-3-D-Rundgang durch ein Kreuzfahrtschiff machen und sich so zum Beispiel entscheiden, ob einem die Kabine groß genug ist.“

In 360 Grad um die Welt: Videos wie dieses von diginetmedia ermöglichen dem Zuschauer spannende Einblicke.

Deutschlands größter Hersteller von 360-Grad-Videos und VR im Tourismus ist diginetmedia. „Wir haben zu zahlreichen Hotspots und Destinationen 360-Grad-Videos produziert, und die Nachfrage steigt stetig“, sagt Geschäftsführer Andreas Weigel. Virtual Reality ist also schon da, die Frage ist nur: Wann wird sie von jedem Reisebüro genutzt?

Eine Hand hält ein Smartphone, auf der eine AR-App installiert ist. Auf dem Bildschirm sieht man Informationen über die Umgebung, zum Beispiel das Matterhorn.
App in die Berge: Auch beim Wandern können Augmented-Reality-Anwendungen nützliche Informationen zur Umgebung liefern.

Augmented Reality – Reisebegleiter der Zukunft

Durch Berlin gehen und dabei sehen, was dort vor dem Mauerfall passierte, im Gebirge stehen und Namen und Höhe aller Berge der Umgebung angezeigt bekommen – im Gegensatz zu Virtual Reality wird die bestehende Realität bei der Augmented Reality nur erweitert. „Wie das funktioniert, wissen die meisten eigentlich durch Snapchat oder Pokémon Go“, sagt Oliver Puhe, Trendforscher und Innovationscoach. Dieses Spiel war sozusagen der Türöffner für Augmented Reality in den Alltag der Menschen. Im Tourismus findet Augmented Reality zum Beispiel über Augmented-Navigation-Softwares wie Wikitude statt: „Man guckt einfach durch sein Smartphone auf die Umgebung und bekommt dazu die passenden Wikipedia-Infos. Diese App gab es schon 2008, da war sie noch nicht perfekt, und es fehlten die passenden Endgeräte dazu. Mit den heutigen Smartphones ist das anders, und man muss sich wegen des Datenvolumens keine Sorgen mehr machen.“ Weitere Augmented-Navigation-Softwares sind Layar und andere mobile Dienste, die unter Zuhilfenahme von positionsabhängigen Daten selektive Informationen bereitstellen. Apps wie Timetraveler projizieren die Geschichte der Berliner Mauer auf das Smartphone des Touristen, sie führen ihn an historische Orte des Berliner Mauerstreifens und bringen die Vergangenheit in die Gegenwart.

Fenster zur Vergangenheit: Die Augmented-Reality-App Timetraveler projiziert historische Szenen auf Berliner Locations der Gegenwart.

Augmented Reality wird zum Reisebegleiter der Zukunft: Sie hilft bei der Suche nach Geschäften, Geldautomaten, U-Bahn-Stationen, aber auch bei der Orientierung in unübersichtlichen Gebäuden wie Flughäfen oder Messehallen. „Die erweiterte Realität öffnet eine neue Dimension.“Oliver Puhe, TrendforscherReisende können sich über das Smartphone oder eine spezielle Brille auf einer virtuellen Karte bestimmte Points of Interest anzeigen und sich mittels Routenbeschreibung zu ihnen lotsen lassen. Puhe: „Immer mehr Reiseveranstalter nutzen Augmented Reality bereits zur Anreicherung ihrer Angebote.“ So hat zum Beispiel die britische Forstkommission eine App entwickelt, mit der auf einigen Waldwegen bekannte Figuren aus einem Kinderroman zum Leben erweckt werden.

Eines steht für den Trendforscher jedenfalls fest: „Die erweiterte Realität öffnet eine neue Dimension für Informationen und Erlebnisse“. Seine Empfehlung lautet: „Einfach mal selber ausprobieren.“ Dafür bieten sich zum Beispiel Cabrio-Touren zu ausgewählten Zielen an.

Echte Reiseabenteuer mit echtem Fahrspaß

Eine perfekte Cabrio-Route ist zum Beispiel die Deutsche Alpenstraße, die sich über 450 Kilometer vom Bodensee bis zum Königssee erstreckt. Immer mehr Attraktionen auf den Etappen bieten ebenfalls AR-Inhalte, zum Beispiel das Schloss Neuschwanstein. Bis November bietet die „Zeit für das Beste“-Tour die Möglichkeit, Mercedes-Benz Rent Fahrzeuge zum Sonderpreis zu mieten.

Und auch beim Caravaning wird die Technologie verwendet. So bieten immer mehr Campingplätze 360-Grad-Videos an. Dazu gehört beispielsweise der Platz Trittenheim an der Mosel. Der ideale Reisebegleiter für Touren ins Grüne ist der neue Marco Polo HORIZON. Der Van bietet ausreichend Platz und viel Komfort – mit integrierten Schlafmöglichkeiten.