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13. November 2017

So weit, so gut

Leere Strände, eisige Luft, ein Meer fast für sich allein – still ruht die Nordsee im Winter. Beste Bedingungen für weite Spaziergänge, wilde Wetter und gemütliche Teestunden zwischen Spiekeroog und Sylt.

An die Nordsee im Winter? Das klingt ungewöhnlich. Dabei bietet die Küste gerade in der dunklen und rauen Jahreszeit zauberhafte Erlebnisse: volle Entschleunigung und Zu-sich-Kommen auf Spiekeroog. Aussichtsreiche Landstraßen, die an Torfmooren vorbei zu einem romantischen Weihnachtsmarkt im Hansestädtchen Stade führen. Wind, Weite und Wellness in St. Peter-Ording. Winterliches Wattwandern und ein Besuch bei Alexandro Pape, dem Papst der guten Stulle auf Sylt.

Die Luft prickelt auf der Haut. Sie ist eiskalt. Die Mütze noch ein bisschen tiefer in die Stirn, den Schal ein wenig höher und weiter durch dieses grau-weiße Aquarell aus Meer und Wolken. Hier und da liegen auf dem Sand weiße Inseln aus kristallinem, feinpudrigem Schnee. Auch in den schattigen Vertiefungen zwischen den Dünen hat sich der Schnee gehalten. Es gibt kein Ziel. Einfach weiter am Strand entlang, noch ein Stück in Richtung Nordosten und die Luft genießen, den Wind und die gleichmäßige Bewegung. Der warme Rücken des Islandpferds und sein beruhigendes Schnauben sind besser als jeder Entspannungscoach.

Spiekeroog im Winter ist wie eine Vollbremsung aus dem Alltag. Gestern noch die Hektik im Büro, in der Firma, im Geschäft. Und jetzt das, ein Ausritt am weiten Strand – so viel Raum, so viel Zeit. Für sich sein, zu sich kommen, alleine oder gemeinsam – was für ein Luxus. Spiekeroog ist genau richtig, um runterzukommen. Das Auto bleibt in Neuharlingersiel auf dem Festland. Die ostfriesische Insel ist Fußgängerland – oder eben Reiterland. Hätte man auch noch die Uhren verbannt, wem würde es etwas ausmachen? Sicher nicht den Gästen des Islandhofs. „Wer im Winter zu uns kommt, will abschalten und neue Energie tanken“, sagt die Inhaberin Frauke Strothmann. Man glaubt es ihr aufs Wort.

Die weite Runde am Strand könnte man auch eine Inhalationskur nennen. Die salzhaltige Luft und die feinen Wassertropfen enthalten auch Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Dosis lässt sich noch steigern. Zum Beispiel mit einem Meermilchbad mit anschließender Massage oder einer Anwendung mit Meeresalgen oder Salz. Der geeignete Ort dafür ist das DünenSpa, das natürlich auch im Winter geöffnet hat. Ebenso wie einige der urigen und gemütlichen Lokale im alten Inseldorf. Dort kommen am Abend gerne auch mal die Nachbarn zusammen, und aus stillen Wintertagen werden dann gesellige Winterabende.

Verkehrt auch im Winter auf der Nordsee: Die Fähre Spiekeroog II
Kleiner Inselhelfer
  • Wie ankommen?

    Wo kann man sein Fahrzeug in Neuharlingersiel abstellen? Und wie sind die Fahrzeiten der Fähre?

  • Wo bleiben?

    Gemütlich ist es im romantischen Inselhaus: Am Nachmittag erwartet die Gäste Tee oder Kaffee im Café, am Abend eine regionale Hausmacherküche im Restaurant. www.altes-inselhaus.de Der Ausritt in kleinen Gruppen ans Meer ist auch für Anfänger möglich. Wer etwas länger bleiben möchte, kann sich in einer Ferienwohnung des Islandhofs einmieten. www.islandhof-spiekeroog.de

  • Wo informieren?

    Erfahren Sie mehr über Spiekeroog und die Insel im Winter unter: www.spiekeroog.de

Nordsee im Winter: Im winterlich verschneiten Hafen von Stade
Im winterlich verschneiten Hafen der Hansestadt Stade.

Natürlich könnte man auf Spiekeroog bleiben. Man kann aber auch weiterfahren und die winterliche Nordseeküste erkunden: jeden Moment genießen, wahrnehmen, auch das, was man oft übersieht. Zum Beispiel weite Felder, über die sich ein neblig grauer Himmel gelegt hat. Das Marschland zwischen Jadebusen und Weser mit seinen zahllosen Kanälen zwischen schmalem Weideland. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass das Meer immer in der Nähe ist, auch wenn man es nicht sieht. Erst einmal keine Autobahnen. Nur über Land- und Bundesstraßen und auf einer Fähre bei Nordenham über die Weser nach Bremerhaven. Dort lockt am Hafen das Klimahaus mit einer Reise durch unterschiedliche Klimazonen.

Hinter Bremerhaven geht es durch ein flaches, stilles Land. Vorbei an Moorlandschaften und Birken, deren helle Stämme sich vor dem grau-orangen Abendhimmel abheben. Es ist ein wenig einsam und unheimlich. Umso schöner ist das warme Gefühl, mit dem einen die romantische Altstadt von Stade empfängt.

Vor der Kulisse aus Fachwerk und Backsteinhäusern am Pferdemarkt und am Fischmarkt mit dem alten Holzkran leuchten bunte Stände. Der typische Duft von Glühwein, gebrannten Mandeln, von Leb- und Pfefferkuchen hängt in der winterkalten Luft. Der Weihnachtsmarkt von Stade ist einer der schönsten der Region. Auch dank der Auftritte der schwedischen Lichterkönigin Lucia.

Nordsee im Winter: Auftritt des Weihnachtschors in der Hansestadt Stade
Von Spiekeroog nach Stade
  • Besuch im Klimahaus:

    Woher kommt das Klima, wie entsteht das Wetter und wie fühlen sich unterschiedliche Klimazonen an?
    www.klimahaus-bremerhaven.de

  • Unterwegs im Moorexpress:

    Von Stade aus fährt der historische Moorexpress auch im Winter durch die eindrucksvolle Landschaft beim Teufelsmoor. Themen und Termine:
    www.kulturland-teufelsmoor.de

  • Weihnachtliches Stade:

    Am Alten Hafen der Hansestadt findet in der Adventszeit ein romantischer Weihnachtsmarkt statt. Das Motto des beliebten Marktes lautet: „Hanseatischer Weihnachtszauber“.
    www.stade-tourismus.de

Nordsee im Winter: Sankt Peter-Ording lockt mit einem ewig weitem Sandstrand zum Wandern.
Typisch St. Peter-Ording: ein ewig weiter Strand und Pfahlbauten mit Lokalen.

So weit, so flach und so verflixt windig. Der Strand von St. Peter-Ording ist im Sommer schon riesig. Im Winter hat man das Gefühl, durch eine ferne kalte Wüste zu stapfen. Der Oberkörper hängt schräg im Wind. Wie weit kann man sich eigentlich in ihn hineinlegen, ehe man umfällt, und fühlt sich so eine Expedition in der Arktis an?

Der Wind kneift im Gesicht und es ist herrlich, herrlich wild, herrlich weit. Der angefrorene Sand knirscht unter den Wanderstiefeln und wohin man auch schaut: Sand, Dunst, Himmel. An seiner breitesten Stelle ist der Strand des Nordseebads 2 Kilometer breit. Insgesamt ist er 15 Kilometer lang. So viel Platz für weite Wanderungen, für weite Gedanken, Gespräche.

Sportlich souverän unterwegs an der Nordsee im Winter: der Mercedes-AMG GLC 63 S
Auf dem Weg ins hyggelige Wochenende fängt die Erholung schon auf der Anreise an – mit dem Mercedes-AMG GLC 63 S 4MATIC+ Coupé: Kraftstoffverbrauch Super Plus, innerorts 14,1 l/100 km, außerorts 8,7 l/100 km, kombiniert 10,7 l/100 km, CO2-Emissionen 244 g/km; Effizienzklasse Euro 6/F

Die kann man auch in das Restaurant Arche Noah verlegen. Auf hohen Stelzen leuchtet das Strandlokal wohlig warm. Gleich gibt es Friesentee mit Kandis und einem Löffel Sahne – ganz wichtig: den Tee gegen den Uhrzeigersinn rühren, damit die Zeit stehen bleibt. Am Abend wartet dann das Wellnessprogramm, zum Beispiel im Strandgut Resort und ein elegantes Dinner in der Designer-Lounge.

Auf dem Weg durchs Watt zur Hallig Langeneß

Eine Schar Gänse fliegt vorüber, während im Westen die Nacht verschwindet. Ein dunkles Grau, das sich langsam in zwei Teile trennt, den grauen Himmel und den grauen Grund, das Watt, das still und unergründlich daliegt. Weiter draußen ist die Reihe der Hallig-Warften zu erahnen, einsam im Nichts. Dort soll es an diesem Morgen hingehen, mit einer Gruppe, die vom „Wattenloeper“ Bernd Dummer geführt wird. Das Ziel ist die Hallig Langeneß. Nach einer Nacht im Hotel geht es am nächsten Tag mit der Fähre zurück.

„Das Erlebnis der Weite ist im Winter noch viel intensiver.“Bernd Dummer, WattführerWattwanderungen im Winter sind selten. Sie sind ein Erlebnis und gleichen einer kleinen Expedition durchs Niemandsreich zwischen Land und Meer. „Das Blau des Himmels ist bei klarem Himmel ein ganz anderes als im Sommer. Es scheint zu leuchten, und die unterschiedlichen Blautöne von strahlendem Hellblau bis zu leuchtendem Dunkelblau findet man so nur im Winter“, weiß Bernd Dummer. Aber noch ist es grau. Dem Wattführer kommt es vor, als sei das Erlebnis der Weite im Winter noch viel intensiver, auch weil sonst kein Mensch unterwegs ist.

Führt auch im Winter durchs Watt der Nordsee: Wattloeper Bernd Dummer.
Führt auch im Winter durchs Watt: „Wattloeper“ Bernd Dummer.

Die Tour von Dagebüll quer rüber nach Langeneß führt über gut zu laufendes Sandwatt, bis auf eine Strecke von zwanzig, dreißig Metern reichen dafür normale Gummistiefel aus. Der Wattläufer führt seine Gruppe an Oland vorbei in südwestliche Richtung. Immer weiter entfernt sich die Gruppe vom Festland und verliert allmählich den Bezug dazu … Im Osten begrenzt der Lorendamm diese Wattfläche, im Nordwesten strömt die gewaltige Norderaue – einer der größten Priele im Watt. Der Himmel ist eisgrau, es riecht nach Schnee. Aber bald schon lösen sich die Wolken auf und die Farben kommen zurück in die Welt: Es sind sanfte, pastellige Rot- und Orangetöne bis hin zu eiskaltem Blau.

Nach etwa zwei Stunden erreicht die Gruppe einen Priel. Er trennt die Wattfläche von Langeneß von der des Festlandes. Wattführer Bernd geht vorsichtig Schritt um Schritt in diesen „Fluss des Meeres“ und testet die Tiefe. Aus seinem Rucksack holt er eine Reihe großer, blauer Mülltüten – und gibt jedem Teilnehmer zwei Stück. Um trocken durch die zwanzig, dreißig Meter durch den Priel zu kommen, reichen sie aus. Bis Langeneß ist es jetzt nicht mehr weit.

Weiße Wüste – das Wattenmeer der Nordsee bei Eis und Schnee
Winterwattwandern und mehr
  • Von Dagebüll nach Langeneß:

    Termine und weitere Infos zu den Winterwattwanderungen von Bernd Dummer unter: www.nordseetourismus.de

  • Halligen besuchen:

    Fährverbindungen, Tagesausflüge – erfahren Sie mehr über die Halligen Langeneß und Oland: www.langeness.de

  • Best of Nordsee:

    Die offiziellen Tourismusseiten der Nordseeregion Schleswig-Holstein bietet viele Infos und Tipps, auch für den Winterbesuch:
    www.nordseetourismus.de

Der sylter Spitzenkoch Alexandro Pape arrangiert ein kunstvolles belegtes Brot.
Der Sylter Spitzenkoch Alexandro Pape arrangiert ein kunstvoll belegtes Brot.

Alexandro Pape ist ein Mensch voller Ideen und Energie. In der Sylter Genussmacherei in List braut er Bier, produziert eigenes Meersalz aus der Nordsee und macht hauseigene Pasta. 2016 hat der Spitzenkoch, der im Fährhaus Sylt mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde, in Keitum „Brot & Bier“ eröffnet. Das Lokal erhebt die gute alte Stulle zum kulinarischen Gesamtkunstwerk.

Wollen die Betreiber etwa das deutsche Abendbrot retten oder worum geht es beim Gastro-Konzept Brot & Bier? „Es geht um 20 Jahre Berufserfahrung auf einer Scheibe Brot, darum, zu zeigen, dass wir auch etwas Einfaches gut präsentieren können“, so Sternekoch Alexandro Pape. „Wenn man wie ich aus dem Rheinland kommt, dann ist Abendbrot – es gibt überhaupt kein schöneres Wort als Abendbrot – etwas Wunderbares …“ Und für genau dieses Brot hat Pape den Anspruch, es so zu zelebrieren, wie man es noch nicht erlebt hat.

Hochwertig, nachhaltig, regional

Der Name Brot & Bier ist Programm. Der Bäcker produziert komplett nach den Rezepturen des Kochprofis. Für die Lieferung des Belags gibt es Partnerschaften, die mit den höchsten Ansprüchen ausgewählt wurden: „Da gibt es keine Preisdiskussion, weil wir genau wissen, dass so nachhaltig produziert, in bester Qualität dargestellt, zugeschnitten und geliefert wird. Dieses Netzwerk haben wir uns über Jahre aufgebaut.“ Der Gast hat die volle Transparenz, er kann jedes Produkt hinterfragen. So kann auch ein Preis von 12 bis 22 Euro für eine Stulle zustande kommen.

Sie lassen ihr eigenes Brot backen, brauen Bier und produzieren auch ihr eigenes Meersalz. Auch die Rosen für die Marmeladen werden direkt aus Sylt bezogen. Aber gibt es noch weitere „echte“ Sylter Spezialitäten? „Unbedingt probieren sollten Sie die Produkte, die direkt am Watt wachsen, die Sylter Muscheln. Wenn Sie Austern mögen – die Sylter Auster ist eine Sensation. Da gehen wir jetzt auch ran, aber nicht als dekadentes Produkt, sondern als eines, das authentisch ist. Denn eigentlich waren Austern mal ein Arme-Leute-Essen …“

Alexandro Pape lebt auch im Winter auf der Insel. Den er in seiner freien Zeit ganz besonders genießt. Wenn er sich bei Schnee oder Regen den Wind um die Ohren peitschen lässt und danach einkehrt, zum Beispiel bei Manne Pahl in Kampen, in der Kleinen Teestube in Keitum oder in der Kupferkanne in Kampen, dann ist das Sylt pur. „Das Schöne ist, sobald Sie den Hindenburgdamm passieren, sind Sie in einer anderen Zeitzone. Und werden komplett entschleunigt …“

Logo der Gourmetkneipe Brot & Bier auf Sylt
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