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Sport | Köln/Leverkusen - 08. August 2019

eSports in Köln:
Stadt der Gamer

ESL, gamescom, SK Gaming – viele erfolgreiche Unternehmen aus der eSports-Branche haben sich am Rhein angesiedelt. Aber wie wurde Köln zum Hotspot der Gaming-Szene? Eine Bestandsaufnahme.

Was muss passieren, damit über 15.000 Menschen bei bestem Sommerwetter ihr ganzes Wochenende in einer dunklen Halle verbringen? Die ESL One Cologne – das eSports-Mega-Event des Jahres – rief zum fünften Mal in die LANXESS Arena. Und aus der ganzen Welt pilgerten Gamer nach Köln, um sich den virtuellen Wettkampf der besten Teams im Spiel „Counter Strike: Global Offensive“ oder kurz CS:GO live anzuschauen. Während die Fans in der spektakulär ausgeleuchteten Halle frenetisch ihre Favoriten anfeuerten, wurden die Live-Übertragungen auf zahlreichen Streaming-Plattformen von Millionen Zuschauern in aller Welt gesehen – insgesamt 12,3 Millionen Stunden lang und damit mehr als doppelt so lange wie noch im Jahr 2018!

Wachstumsmarkt eSports

Das beweist einmal mehr: Von einem Nischenphänomen kann man beim kompetitiven Kampf an der Konsole längst nicht mehr sprechen. Für seinen Erfolg bei der mit 300.000 US-Dollar dotierten ESL One strich das Team Liquid 125.000 US-Dollar ein. Finalgegner Vitality nahm noch 50.000 Dollar mit nach Hause. Mit dem Sieg in Köln holte sich Liquid zudem den Grand Slam, also vier Siege bei den letzten zehn aufeinanderfolgenden Mega-Events, und damit zusätzlich eine Million Dollar Preisgeld.

Die eSports-Teams bei der ESL One werden gefeiert wie Rockstars.
Astralis aus Dänemark war im vergangenen Jahr das erste Team, das einen Grand-Slam-Sieg erringen konnte. 2019 schieden sie im Halbfinale gegen Vitality aus.

eSports-Hotspot Köln

In diesem aufstrebenden Segment hat sich Köln in den vergangenen Jahren erfolgreich als nationaler – oder gar globaler – Hotspot etabliert. Nicht nur die stets ausverkaufte ESL One und die weltweit größte Videospielmesse gamescom finden jährlich in der Domstadt statt. Auch der Hauptsitz des eSports-Veranstalters ESL, für den Mercedes-Benz bereits seit 2017 offizieller Mobilitätspartner ist, befindet sich in Köln. Ralf Reichert, Kölner eSports-Pionier und Chef von ESL, fasst das Phänomen so zusammen: „Köln ist prädestiniert, weil wir als weltweit größtes eSports-Unternehmen seit knapp 20 Jahren den digitalen Sport vom Rhein in die gesamte Welt verbreiten. In den frühen 2000er-Jahren wurden dementsprechend viele Veranstaltungen hier ausgetragen: Internetcafés, Tanzbrunnen, Koelnmesse und schließlich die LANXESS Arena wurden zu internationalen Schauplätzen. Spätestens seit der ESL One Cologne 2015 ist die Stadt vor allem mit der CS:GO-Community fest verbunden und feuert jährlich ein großes eSports-Feuerwerk ab – nicht zu vergessen die große Signalwirkung der gamescom, der vielen deutschen Ableger internationaler Publisher und nicht zuletzt die Bemühungen der lokalen Politik.“

Im Online-Verzeichnis Gamesmap, in dem der deutsche Branchenverband game Unternehmen und Bildungseinrichtungen der Branche auflistet, sind insgesamt 89 Kölner Adressen hinterlegt. Zählt man die Region zwischen Aachen, Bonn und Düsseldorf hinzu, sind es gar 176 Firmen. Eine coole Location der Spielebranche in Köln ist der Rheinauhafen. Hier residiert die Deutschlandzentrale des Spieleentwicklers Electronic Arts. Mit ihrer Fußballsimulation FIFA organisiert EA Sports seit diesem Jahr die virtuelle Bundesliga – unter anderem zusammen mit DFL Digital Sports, der ebenfalls in Köln beheimateten Digitalsparte der Deutschen Fußball Liga. Im Kranhaus Süd hat die große eSports-Marketingagentur Freaks4U einen Sitz. Und dank des professionellen Clubs SK Gaming oder des eingetragenen Vereins N!faculty genießt Köln auch unter Spielern einen guten Ruf. Zudem haben mit dem „DVision eSports Diner“ und der Meltdown Bar erste Motto-Restaurants für Gamer vor Kurzem in der City aufgemacht.

Teamtrikots sind beim eSport so beliebt wie beim Fußball.
Zu jedem Sport gehört Merchandising. Auch im eSports werden mit Trikots und Co. Millionen umgesetzt.

gamescom 2019: The Heart of Gaming

Nach der ESL One ist vor der gamescom. Die europäische Leitmesse für digitale Spielekultur, veranstaltet von game und der Koelnmesse GmbH, findet vom 20. bis 24. August 2019 statt. Als Insider der Branche kennt Tim Endres, Director der gamescom am Standort Köln, den Status der Domstadt in der Szene. Außerdem verrät er im Interview, was die Gaming-Enthusiasten bei der gamescom in diesem Jahr erwartet.

Welchen Stellenwert hat die gamescom für Köln?

Die gamescom ist aufgrund ihres Konzepts, ihrer Größe und ihrer Vielfalt mehr als eine Messe: Sie ist ein 360-Grad-Erlebnis-Event! Das macht sie auch für uns als Messeveranstalter zu einer ganz besonderen Veranstaltung in unserem Portfolio. Zudem findet die gamescom mitten im größten Wirtschaftsraum Europas statt. Damit ist sie für 180 Millionen Europäer nur eine Flugstunde entfernt. Auf diese Weise hat sich die gamescom in den vergangenen Jahren zur weltweit erfolgreichsten Messe für digitale Spiele entwickelt. Zur gamescom-Woche kommen mehr als 500.000 Besucher in die Stadt, damit hat das Event auch wirtschaftlich eine große Bedeutung für Köln und die Region.

Wieso hat sich Köln zu einem Hotspot für die eSports-Szene entwickelt?

Köln ist eine lebendige, innovative Stadt und bietet auch „neuen Ideen“ immer viel Raum zur Entfaltung. Gaming-Fans lieben die Stadt und mit eSports-Unternehmen wie ESL, der gamescom mit ihren zahlreichen eSports-Angeboten und Publishern wie EA oder Microsoft, die hier ihren Sitz haben, sind die perfekten Rahmenbedingungen für eine starke eSports-Szene gegeben.

Auch viele Gamer wie Gronkh, PietSmiet oder Dner leben ja hier ...

Stimmt. Vielleicht ist es das besondere Flair der Stadt. Köln ist weltoffen, Kölner sind begeisterungsfähig, gastfreundlich und sehr kommunikativ. Wir merken das immer wieder in der gamescom-Woche: Die tolle Stimmung vom Kölner Messegelände zieht sich durch bis in die City. Die Community feiert die Spiele nicht nur auf dem Kölner Messegelände, sondern in der ganzen Stadt.

Wie unterstützt die Stadt die Branche?

Von Beginn an bekommen wir viel Unterstützung, sowohl durch die Stadt Köln, als auch das Land NRW, und das ist auch bis heute noch so – insbesondere im Rahmen des gamescom congress oder des gamescom city festivals. Auch bei „Sonderprojekten“ wie zum Beispiel der Lichtinstallation LIGHT IT UP!, die wir im vergangenen Jahr anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der gamescom umgesetzt haben, haben sich das Land NRW und die Stadt Köln sehr stark engagiert. Wir stehen in regelmäßigem Austausch und haben über die Jahre ein gemeinschaftliches Destinations-Marketing erreicht – eine ideale Verknüpfung der Messe mit der Stadt und der Region.

Und wie ist das Verhältnis der gamescom zu den großen Kölner Gaming-Unternehmen?

Sehr gut. Aber das gilt natürlich auch für Unternehmen, die nicht in Köln ansässig sind. Sicher, die Wege sind kürzer. Generell treffen wir uns, also der game-Verband und die Koelnmesse, regelmäßig in verschiedenen Gremien, um die neuesten Entwicklungen der gamescom und der Branche vorzustellen und neue Maßnahmen zu besprechen. Der kontinuierliche Austausch mit den Spieleentwicklern und Publishern ist – ebenso wie das Feedback der Community – ein wichtiger Impulsgeber für die Weiterentwicklung der gamescom.

Tim Endres von der Koelnmesse GmbH arbeitet eng mit Vertretern der eSport Szene zusammen.
Tim Endres ist seit dem Start der gamescom am Standort Köln 2009 als Projektleiter bzw. Director für die gamescom verantwortlich.
Auf welche Highlights können sich Besucher bei der jecken elften Auflage der gamescom freuen?

Auf einige! Da wäre zum Beispiel das neue Eröffnungs-Event, die gamescom: Opening Night Live, am 19. August 2019 um 20 Uhr in Halle 11.3. Dann wird Moderator und Produzent Geoff Keighley rund 1.500 Besucher mit einer neuen Show begeistern. Es wird Ankündigungen großer Publisher und Indie-Entwickler geben, Weltpremieren mit neuen Trailern sowie Gastauftritte von Stars der internationalen Games-Branche. Leider ist die Platzkapazität begrenzt, aber wer nicht vor Ort dabei sein kann, hat die Möglichkeit, die Show ab 20 Uhr im Livestream unter anderem auf www.gamescom.de zu verfolgen.

Außerdem haben Sie weitere Neuerungen geplant ...

Genau. Wir öffnen in diesem Jahr mit der event arena in Halle 11.3 eine weitere Hallenebene. Dort gibt es ein spezielles Programm, das sich deutlich von anderen Eventflächen der gamescom unterscheidet und in Sachen eSports einiges zu bieten hat. In der Halle 10.2 feiert außerdem das gamescom indie village Premiere: Hier finden Besucher Hunderte unabhängige Entwickler.

Sie mussten sich in der Vergangenheit auch Kritik gefallen lassen, weil es oft ein großes Gedränge gab. Was unternehmen Sie, damit der Besuch auf der gamescom entspannter wird?

Generell dürfen sich gamescom-Fans in diesem Jahr auf mehr Platz freuen. Neben der Vergrößerung der Fläche auf nun 210.000 Quadratmeter werden die Entzerrung von Besucher-Hotspots, die Verbreiterung der Gänge, zusätzliche Catering- und Lounge-Flächen sowie die Einführung des neues Abendtickets, mit dem man für 7 Euro von 16 bis 20 Uhr auf das Messegelände kann, für ein besseres Erlebnis sorgen. Es gibt also wirklich viele lohnenswerte Neuerungen. Wer live vor Ort dabei sein will: Alle verfügbaren Tickets gibt es unter www.gamescom.de.

Arbeitgeber Games-Branche

Nicht nur die Events, sondern auch die Business-Fakten unterstreichen die Bedeutung von eSports: Über 200 Millionen eSports-Enthusiasten sind in der Szene aktiv. Weitere 250 Millionen Menschen interessieren sich zumindest gelegentlich für Videospiele. Studien prognostizieren dem eSports-Markt eine jährliche Wachstumsrate von 36 Prozent. Für 2022 wird ein weltweiter Umsatz von knapp 1,8 Milliarden Euro erwartet, davon rund 130 Millionen Euro in Deutschland. Die Branche zählt laut game aktuell 28.746 direkt und indirekt Beschäftigte, Tendenz steigend. Sie hat sich längst auch als attraktives Arbeitsfeld für Berufseinsteiger etabliert. Der Ausbildungskompass Games informiert über die vielfältigen Berufsbilder und die verschiedenen Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten. Zu den wichtigsten Berufsfeldern im Bereich Games-Entwicklung zählen die Game-Designer, Programmierer, Grafiker oder Producer. Aber auch Marketing- und Kommunikationsexperten sind gefragt. Viele private oder auch staatliche Bildungseinrichtungen bieten inzwischen spezifisch auf die Games-Branche zugeschnittene Studiengänge und Abschlüsse an.

Anerkennung und Forschung

Auch die Deutsche Sporthochschule Köln widmet sich eSports als neuem Forschungsfeld. Am Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation untersuchen Leiter Prof. Dr. Ingo Froböse und sein eSports-Team das Phänomen aus sportwissenschaftlicher Sicht. „Das Trainings- und Gesundheitsverhalten von eSportlern birgt noch viel Verbesserungspotenzial.“Prof. Dr. Ingo Froböse Ihre Ergebnisse präsentieren sie unter www.esportwissen.de. Dies ist ein wichtiger Beitrag, wenn es um die Anerkennung von eSports als Sportart im Sinne des Deutschen Olympischen Sportbundes geht. Laut Froböse sind die hohen motorischen Ansprüche von eSports „anderen Sportarten mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen“. So liegt der Cortisol-Spiegel professioneller Spieler während eines Matches ungefähr auf dem Niveau von Rennfahrern. Und die Herzfrequenz von 160 bis 180 Schlägen pro Minute entspricht fast dem Puls eines Marathonläufers – und das über Stunden.

Extreme Anforderungen

Neben den physischen Anstrengungen entscheiden insbesondere die psychischen Anforderungen und mentalen Aspekte über Sieg oder Niederlage. Hierzu zählen zum Beispiel kurze Reaktionszeiten, Feinmotorik, Konzentrationsfähigkeit, Antizipation oder der Umgang mit hohem Erwartungsdruck. Dies alles wird am Kölner Institut in einem eSports-Leistungstest untersucht. Die Studienergebnisse sollen die Basis für die Entwicklung gezielter Trainingskonzepte liefern, die an den klassischen Sport angelehnt sind. Ziel ist es, neben der Spielstärke auch die Gesundheit von eSportlern aller Leistungsstufen zu verbessern.

Bei der ESL One Cologne 2019 kamen die besten CS:GO Spieler der Welt zusammen, unter ihnen Tarik aus den USA.
Auf der Bühne heißt es: volle Konzentration! Tarik und die anderen Gamer müssen über einen langen Zeitraum hoch fokussiert sein. Das Finale der ESL One Cologne 2019 dauerte rund fünf Stunden – eine sportliche Höchstleistung.

Mercedes-Benz fördert eSports

Gleich nebenan hat man beim 1. FC Köln das Potenzial von eSports längst erkannt. Deshalb ist der Fußball-Bundesligist – wie auch die Daimler AG – Anfang des Jahres als Anteilseigner bei SK Gaming eingestiegen. „Unsere bisherige Kooperation hat gezeigt, dass der FC und SK Gaming sehr gut zusammenpassen. Nun gibt es eine einmalige Gelegenheit, in ein Top-Unternehmen des boomenden eSports einzusteigen, zu dem wir eine persönliche Bindung haben und mit dem wir unsere Verwurzelung in Köln teilen. Dass mit uns auch Daimler Anteilseigner wird, zeigt, wie rasant sich eSports entwickelt und welche wirtschaftlichen Potenziale er hat“, gab FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle in einer Pressemitteilung anlässlich des Einstiegs bekannt. SK-Geschäftsführer Alexander T. Müller möchte insbesondere von der Trainingsinfrastruktur des 1. FC Köln profitieren: „Es gilt, unsere gemeinsame Power zu bündeln, voneinander zu lernen und dann die vollen PS auf die Straße zu bringen – wir freuen uns sehr darauf.“

Neben der Partnerschaft mit ESL schmückt der Mercedes Stern nun also auch die Trikots von SK Gaming, deren CS:GO-Teams sich 2016 und 2017 noch jeweils die Krone bei der ESL One Cologne aufsetzen konnten. Die Daimler AG ist als einer der ersten Automobilhersteller in ein eSports-Team eingestiegen und manifestiert so das Bekenntnis zum professionellen Gaming als Speerspitze einer globalen Jugendkultur. Für Mercedes-Benz ist der Siegeszug von eSports keine Modeerscheinung, sondern Ausdruck einer ganzen Generation, die die Zukunft aktiv mitgestaltet. „Uns fasziniert sowohl die Begeisterung dieser jungen und digitalen Generation für professionelles Gaming als auch die völlig neue Art des Medienkonsums und der Kommunikation innerhalb der Fangemeinde. Mit der Beteiligung an SK Gaming wollen wir uns an diesem Austausch beteiligen – offen, partnerschaftlich und neugierig“, fasst Bettina Fetzer, Vice President Marketing Mercedes-Benz Pkw, den strategischen Fokus der Beteiligung zusammen.