04. Oktober 2017
Sport | Augsburg

Mit Rad und Tat

Wo trifft Technik auf Emotionen? Zum Beispiel bei Radsport Dorn in Gersthofen. Inhaber Jürgen Dorn baut Räder nach Maß – aus Leidenschaft und mit viel technischem Know-how.

Körpergröße, Arm- und Innenbeinlänge, Schulterbreite: Jürgen Dorn vermisst seinen Kunden genau. Er findet für den Hobby-Radsportler ein neues, exakt passendes Rennrad, bei dem „alles perfekt sitzen muss“. Bei Radsport Dorn werden Mountainbikes und Rennräder individuell aus einzelnen Komponenten zusammengestellt. Aus diesem Grund ist die Werkstatt das Herz des Geschäfts. Dort werden die Räder nicht nur gewartet, sondern auf Wunsch individuell zusammengebaut: Lenkerbreite, Vorbau- und Kurbellänge werden optimal angepasst. Und auch eine bestimmte Übersetzung kann der Radsportler sich aussuchen. „Fast alles ist machbar“, sagt der gebürtige Gersthofener, „sogar Wunschlackierungen im eigenen Design.“

Doch damit jeder Sportler wirklich „sein“ Rad bekommt, spielt auch das Sitzgefühl eine wichtige Rolle. „Man muss sich einfach auf dem Bike wohlfühlen“, weiß der 43-Jährige, „das merkt man schnell, wenn man eine Proberunde dreht.“ Trotz aller Technik ist der Radsport eben auch eine Gefühlsangelegenheit. Das zeigt sich besonders bei Rennradfahrern: „Der Kauf eines solchen Rads hat viel mit Emotionen zu tun“, beobachtet Dorn immer wieder, „es ist nicht einfach ein Gebrauchsgegenstand.“ Seine Kunden stammen aus allen Altersklassen. Einige fahren schon seit vielen Jahren Rennrad. „Wer einmal anfängt, den lässt es nicht mehr los.“

Das Bild zeigt Jürgen Dorn mit einem Mountainbike von Rotwild vor seinem Radsportgeschäft.
Geschäftsinhaber Jürgen Dorn bietet in seinem Radsportgeschäft auch Mountainbikes von Rotwild an.
Übersetzung bei einem Rennrad bei Radsport Dorn
Die richtige Übersetzung ist entscheidend für den Fahrspaß und die Geschwindigkeit auf der Straße.

Diese Passion kann Dorn gut verstehen: „Der Radsport ist seit meiner Kindheit meine Leidenschaft, und auch Technik hat mich schon immer begeistert“, erzählt der gelernte technische Zeichner. Das Fahren mit dem Mountainbike und dem Rennrad zählt bis heute zu seinen Hobbys. „Früher bin ich ab und zu auch Mountainbike-Rennen gefahren, aber nicht professionell, sondern nur zum Spaß.“ Aus dem Hobby wurde ein Beruf.

 

Vor 19 Jahren übernahm Dorn das Radsport-Geschäft der Firmengründer Ingrid und Heinrich Staib, das ursprünglich in Augsburg ansässig war. Neuling war er schon damals nicht mehr. Er hatte das Team schon seit Jahren als Verkäufer und Mechaniker ergänzt. Inzwischen ist er nach Gersthofen gezogen. „Ich brauchte eine größere Werkstatt und habe hier einen geeigneten Laden gefunden“, sagt der Geschäftsinhaber.

Werkzeug in der Werkstatt bei Radsport Dorn
Gut gerüstet: In der Werkstatt baut Jürgen Dorn Rennräder und Mountainbikes individuell für seine Kunden zusammen.

Service rund um die Uhr

Dass Radsport Dorn einen großen Wert auf Service und eine gute Beratung legt, hat sich längst herumgesprochen. Wer beispielsweise einmal kurzfristig einen platten Reifen hat, findet rund um die Uhr Hilfe: Außen am Gebäude bietet ein umgebauter Zigarettenautomat sechs gängige Schlauchtypen an. Das Geschäft ist bei Radsport-Begeisterten auch über die Region hinaus bekannt. Kauf und Wartung sind eben Vertrauenssache. Neue Modelle testet Dorn ausgiebig, bevor er sie anbietet. Gefragt sind nach wie vor „Fullsuspension-Bikes“, also Mountainbikes, die vorne und hinten gefedert sind. „Sie sind komfortabler und besonders für schweres Gelände geeignet“, erläutert Dorn. Es gibt sie zwar schon seit zwanzig Jahren, aber die Technik ist deutlich besser geworden.

Trend: Mountainbikes mit Motor

Stark im Trend liegen „Fullsuspension-E-Bikes“, zum Beispiel von Rotwild. Die Räder mit eingebautem Akku machen inzwischen etwa 40 Prozent der verkauften Mountainbikes aus. „Auch Kunden, die wirklich topfit sind, kaufen Mountainbikes mit Motor. Es macht einfach viel Spaß, man kann längere Touren unternehmen und bewältigt dabei auch Steigungen leichter.“ Je nach Akkuleistung und Schweregrad der Tour sind mindestens 100 Kilometer möglich. Ein vollgefedertes Modell kostet rund 3.000 Euro.

Aktuell sehr beliebt sind auch die technischen Gadgets wie zum Beispiel Action-Cams, die meistens am Helm befestigt werden. Mit diesen Kameras lassen sich die Touren wunderbar nachverfolgen. Und wer weiß: Vielleicht fällt einem dann ja sogar das ein oder andere auf, das man während der  Fahrt nicht wahrgenommen hat. Zumindest lässt sich die Tour auf diese Weise noch einmal genießen. Und Emotionen sind ja nun einmal im Radsport wichtig.