18. Oktober 2016
Sport | Frankfurt/Offenbach

Training auf höchstem Niveau

Wer sportlich hoch hinaus will, ist im neuen Prime Time Studio im Main Tower richtig. Bei einem Besuch verriet uns Fitnessexperte Daniel Kaptain Tipps für ein optimales Workout.

Es ist noch ruhig an diesem Vormittag im Prime Time Studio im Main Tower. Abgesehen von den Trainern sieht man nur eine Handvoll Sportler, die sich auf den Ergometern aufwärmen. Durch die riesige Panoramascheibe schauen sie auf die Gebäude im Bankenviertel, wo viele Mitglieder des Fitnessstudios zu dieser Tageszeit arbeiten. Sie kommen eher frühmorgens, in der Mittagspause oder nach dem Feierabend zum Training. „Wenn am Abend die Sonne untergeht, ist der 270-Grad-Blick auf die umliegenden Gebäude und die Frankfurter Skyline am spektakulärsten“, schwärmt Henrik Gockel, Gründer und Geschäftsführer der Fitnesskette aus Frankfurt.

200 Meter unter 10 Sekunden

Im Sommer 2016 hat das Unternehmen im 53. und 54. Stock des Main Towers – im ehemaligen Fernsehstudio des Hessischen Rundfunks – seinen neuesten Club in Frankfurt eröffnet. Prime Time verspricht „Fitness on the next level“. Was nicht nur dem herausragenden Standort geschuldet ist. Auf rund 500 Quadratmetern finden die Mitglieder Fitnessbedingungen vom Feinsten. Mit dem Aufzug sind sie in 45 Sekunden nonstop im Studio auf knapp 200 Meter Höhe.

Henrik Gockel, Gründer von PRIME TIME fitness in einem schwarzen Hemd mit dem Logo der Fitnesskette am Kragen.
Henrik Gockel ist Gründer und Geschäftsführer von Prime Time fitness.

Dass Prime Time irgendwann ein Studio im Herzen des Finanzzentrums eröffnet, lag nahe. „Vor Ort arbeiten mehr als 2.000 Menschen, viele davon sind sehr gesundheits- und fitnessaffin“, so Gockel. Die Idee eines Clubs in einer oberen Hochhausetage gab es schon länger. Aber der Prozess zog sich über mehr als ein Jahr hin.“ Die leer stehende Studiofläche des Hessischen Rundfunks war eigentlich zu klein. „Aber ein Fitnessenthusiast, der einmal durch die gigantischen Glasfronten auf Frankfurt geschaut hat, sagte: ‚Irgendwie müssen wir da einen Club reinbekommen.‘“ Letztlich schuf man die nötige Fläche, indem zwei Stockwerke durch eine Galerieebene verbunden wurden.

Die Werbekampagne rollt

Gockel hatte bereits 20 Jahre Führungserfahrung in der Fitnessbranche, als er Prime Time gründete. 2010 eröffnete er im Westend das erste Studio in Frankfurt. Fünf weitere folgten. Seit Oktober 2016 gibt es in München – gegenüber vom Hofbräuhaus – sein erstes Studio außerhalb Frankfurts. Bei der Werbung spielen auch die 80 festen Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Und die Kooperation mit Mercedes-Benz Frankfurt: Auf Wunsch erhalten die Beschäftigten einen Mercedes-Benz oder einen smart mit Werbebeklebung zu Sonderkonditionen.

Ein Personal Trainer gibt einer Kundin Tipps für ein möglichst effizientes Gerätetraining.
Auf Wunsch können Mitglieder bei Prime Time fitness regelmäßig mit einem Personal Trainer trainieren.

Jedes Studio hat sein individuelles Erscheinungsbild. Allen gemeinsam ist die Konzentration auf das Wesentliche: Training pur. Denn bei der Gründung verfolgte Gockel eine klare Vision. „Prime Time ist die Performance-Fitnessmarke für Menschen, die mit ihrem Training konkrete Ziele erreichen wollen.“ Deshalb kommen die Studios daher wie ein reinrassiger Sportwagen: Verzicht auf unnötigen Komfort, ästhetisch im Design, kompromisslos bei der Leistung. So sucht man Wellnessangebote wie eine Sauna vergeblich. Stattdessen werden moderne Geräte und ein maßgeschneidertes Training nach aktuellem Stand der Wissenschaft angeboten. „Wir wählen gezielt das Beste aus, testen es und übernehmen es danach“, erklärt Gockel.

Training pur

Für das Krafttraining stehen elektronische Trainingszirkel zur Verfügung. Nach einer einmaligen Körperanalyse per Scanner stellen sich die Geräte automatisch auf die Anatomie des Sportlers ein. Das spart Zeit für das Training. Eine flächendeckende Pulskontrolle ermöglicht ein Training im optimalen Herzfrequenz-Bereich. Auf Wunsch ist für die Mitglieder eine wöchentliche Einheit mit einem Personal Coach möglich. Er berücksichtigt neben den körperlichen Voraussetzungen auch die Lebensweise und Ernährung.

Bei der internen Weiterbildung der Trainer arbeitet das Unternehmen mit Prof. Daniel Kaptain zusammen. Der 40-Jährige ist Dozent im Bereich Trainingslehre an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken und an der BSA-Akademie für die Aus- und Fortbildung des Trainer- und Führungsnachwuchses der Fitnessbranche. Im Interview erklärt der Trainingsexperte, warum man auch beim Abnehmen nicht auf den Muskelaufbau verzichten sollte, und räumt mit Mythen auf.

Herr Kaptain, was sind die neuesten Trends in den Fitnessstudios?

Ziemlich angesagt ist das sogenannte Functional oder freie Training. Hier trainiert man mit relativ geringem Zeitaufwand Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft sowie Beweglichkeit und tut etwas für die Fettverbrennung – im Grunde genommen das gute alte Zirkeltraining.

Gibt es dafür nicht Gerätezirkel?

Der Zirkel ist letztlich nur eine Organisationsform, um dem Training eine Struktur zu geben. Gerade für Anfänger eignet sich ein Gerätezirkel wie der Milonzirkel. Die Geräte stellen sich automatisch auf die Körpermaße ein, sodass man im Grunde genommen nichts falsch machen kann. Der Nachteil von Gerätetraining ist, dass der Körper wieder in eine Zwangslage gebracht wird – also genau das, was auch beim täglichen Sitzen im Büro passiert. Deshalb empfehle ich, mit zunehmender Erfahrung auch mal ein freies Training mit Hilfsmitteln wie Freihanteln oder Schlingentrainern einzubauen, um die Beweglichkeit zu fördern.

Ein Trend der vergangenen Jahre ist das „Bodyweight-Training“, das Training mit dem eigenen Körpergewicht. Warum sollte ich für Liegestütze ins Fitnessstudio gehen?

Zum einen wegen der Motivation und Disziplin: Im Fitnessstudio kann man sich nicht verstecken. Und das Training ist sehr anspruchsvoll, was die korrekte Ausführung betrifft. Manche hängen beim Liegestütz durch wie eine Hängebrücke. Im Extremfall kann man sich sogar Verletzungen zuziehen. Je komplexer das Training, desto wichtiger ist das Feedback eines Trainers.„Prime Time ist die Performance-Fitnessmarke“Henrik Gockel

Fitnessexperte Daniel Kaptain im Sportdress bei Videoaufnahmen für PRIME TIME fitness.
Als 14-Jähriger hat Daniel Kaptain im heimischen Keller mit ein paar Hanteln mit dem Krafttraining begonnen. „Ich war schmächtig und dünn.“
Brauche ich als Breitensportler einen Personal Trainer?

Beim Gerätetraining nicht unbedingt. Ansonsten macht es Sinn, sich alle ein bis vier Wochen mit einem Trainer zu treffen. Er setzt bei der aktuellen Leistungsfähigkeit an und kann das Training langfristig steuern. Dadurch ist die Qualität deutlich höher und man erreicht schneller ein Ziel. Und im Zweifel sagt der Trainer auch mal: „Mach weniger.“ Denn viele Menschen glauben fälschlicherweise, man müsste sich total auspowern.

Häufig hört man: Wer abnehmen will, kann auf Muskeltraining verzichten.

Inzwischen weiß man, dass es für das Abnehmen effektiver ist, ein Muskeltraining einzubauen. Der Riesenvorteil ist: Muskelmasse benötigt viel mehr Energie. Damit steigt der Grundumsatz drastisch. Das heißt, man nimmt leichter ab und beugt dem Jo-Jo-Effekt vor. Denn der wird dadurch ausgelöst, dass die Menschen beim Abnehmen Kalorien reduzieren und dadurch Muskeln abbauen. Folge: Hinterher wird man fetter als vorher. Man tauscht sozusagen Muskeln gegen Fett.

Stichwort Fett: Ein anderer Mythos besagt „Wer Fett verbrennen will, sollte im niedrigen Pulsbereich trainieren.“

Beim moderaten Training wird zwar tatsächlich relativ viel Fett verbrannt, allerdings ist der absolute Energieverbrauch gering. Unterm Strich verbrennt man daher bei einem hochintensiven Kraft- und Ausdauertraining mehr Fett. Allerdings benötigt der Körper danach zwei bis drei Tage Pause für die Regeneration. Deshalb empfehle ich eine Mischung: 70 Prozent des Trainings sollten moderat durchgeführt werden. Dazu zählen auch der zügige Spaziergang durch den Park oder Treppensteigen. 30 Prozent kann man dann dem intensiven Kraft- und Ausdauertraining im Studio widmen – natürlich muss man dabei immer die eigenen Grenzen beachten.

Und wie messe ich, ob mein Training Fortschritte bringt?

Ein wichtiger Indikator ist der Ruhepuls. Je niedriger der Puls, desto ökonomischer arbeitet das Herz-Kreislauf-System. Er sollte bei 60 Schlägen pro Minute oder tiefer liegen. Und der Puls ist wichtig, um die Intensität des Trainings zu messen. Der Body-Mass-Index ist definitiv kein guter Indikator. Er sagt mir nur, wie groß und schwer ich bin. Aber er unterscheidet nicht zwischen Fett und Muskeln.

Ernährung ist die halbe Miete. Früher hatte Fett einen schlechten Ruf, heute sind es Kohlenhydrate. Was darf man eigentlich noch essen?

Grundsätzlich ist nichts davon schlecht. Die Dosis macht das Gift. Kohlenhydrate werden zu viel und zu einseitig konsumiert, vor allem in Form von Zucker, der sich in vielen weiterverarbeiteten Lebensmitteln versteckt. Deshalb sollte man vor allem frische Lebensmittel essen.

Und wie sieht es mit dem Essen am späten Abend aus?

Die meisten Menschen trainieren ja abends. Es wäre fatal, wenn man danach nichts isst. Sonst baut man wieder Muskelmasse ab.

Ein Sportler entspannt sich nach dem Training mit Trinkflasche und Handtuch.

Westend Duo

PRIME TIME fitness 1
Bockenheimer Landstraße 24
60323 Frankfurt

Eine junge Frau beim Aufwärmtraining auf einem Stepper.

Alvearium Bockenheim

PRIME TIME fitness 2
Clemensstraße 10
60487 Frankfurt

Mitglieder beim Aufwärmtraining im PRIME TIME Studio im Colosseo Sachsenhausen.

Colosseo Sachsenhausen

PRIME TIME fitness 3
Walther-von-Cronberg Platz 16-18
60594 Frankfurt am Main

Eine Kundin beim Hantel-Training mit ihrem Personal Trainer.

Romeo und Julia

PRIME TIME fitness 4
Ulmenstr. 37-39
60325 Frankfurt

Eine Frau beim Training mit einer Langhantel.

Berger Straße

PRIME TIME fitness 5
Berger Straße 147
60385 Frankfurt

Ein Kunde mit Trainer beim Aufwärmtraining vor der riesigen Panoramascheibe des MAIN TOWER mit Blick auf Frankfurt.

MAIN TOWER

PRIME TIME fitness 6
Neue Mainzer Straße 52-58
60385 Frankfurt