13. Oktober 2016
Sport | Mannheim-Heidelberg-Landau

Triathlon ist taktisch,
vielseitig und spannend

Raus aus dem Wasser, rauf aufs Rad und anschließend ab in die Laufschuhe – und das alles in Windeseile: Die Triathletinnen des TSV Amicitia Viernheim geben bei Wettkämpfen Vollgas. Tempo drosseln oder Kräfte schonen, das kommt nicht infrage.

Freude, Erleichterung, ein überwältigendes Glücksgefühl. Wenn Simone Hofmann die Ziellinie überquert, fließen die Endorphine. „Man ist einfach glücklich in diesem Moment. Und froh, dass es vorbei ist.“ Die Triathletin des TSV Amicitia Viernheim geht bei Wettkämpfen an ihr Limit – vom Startschuss bis zum letzten Meter. „In der ersten Bundesliga starten wir auf Sprint-Distanzen, das heißt wir schwimmen rund 750 Meter, fahren 20 Kilometer Rad und laufen circa fünf Kilometer. Weil die Strecken relativ kurz sind, holt man von der ersten Sekunde an das Maximum aus sich heraus. Man teilt seine Kräfte nicht ein, wie man das beispielsweise beim Ironman tut.“

Schnelle Schwimmer

Besonders bei Bundesliga-Rennen ist auch, dass es eine Windschattenfreigabe auf der Radstrecke gibt. „Meist bilden sich fünf bis sechs Radgruppen. Wer in einer der vorderen mitfahren will, muss beim Schwimmen gut abschneiden. In der Regel ist es wirklich so, dass die stärkste Läuferin der ersten Radgruppe den Triathlon gewinnt“, sagt Trainer Philip Benz. Beim Schwimmen entscheidet sich damit oft schon, wer eine Medaille mit nach Haus nimmt. „Triathlon ist ein taktischer Sport. Im Idealfall haben die Teilnehmer die Konkurrenz und ihr eigenes Team im Blick, um sich – falls nötig – gegenseitig zu unterstützen.“ Bei den Wettkämpfen treten vier Athletinnen für eine Mannschaft an, die Ergebnisse der besten drei fließen in die Wertung ein.

Ziel? Die Top Ten!

Nachdem das Bundesliga-Team des TSV Amicitia Viernheim dieses Jahr den Klassenerhalt geschafft hat, hat es sich für 2017 ehrgeizige Ziele gesteckt: „Wir möchten die Top Ten erreichen. Da das Team noch sehr jung ist, fehlt zum Teil die Erfahrung. Dafür sind wir aber umso motivierter“, so Philip Benz. Auch in der wettkampffreien Zeit steht deshalb fast jeden Tag Training auf dem Programm. „Ich trainiere pro Woche mindestens 10 bis 15 Stunden – je nachdem ob wir uns gerade in der Vorbereitungs- oder Wettkampfphase befinden. Oft gehe ich schon vor der Arbeit laufen und nach Feierabend schwinge ich mich aufs Fahrrad“, erzählt Simone Hofmann.

Was sie und ihre Teamkolleginnen antreibt? „Manchmal fragt man sich wirklich, warum man das alles auf sich nimmt – vor allem, wenn man einen nicht so guten Tag hatte. Aber spätestens beim Wettkampf ist das alles vergessen. Ich liebe Triathlon, es ist ein abwechslungsreicher und spannender Sport.“ Obwohl die junge Frau die Vielseitigkeit schätzt, hat sie eine Lieblingsdisziplin: „Ich freue mich immer, wenn ich nach dem Schwimmen auf dem Rad sitze.“

Triathlon-Bundesliga: Wettkampf in Kraichgau
Triathlon in Kraichgau – Sekunden vor dem Startschuss.
Triathlon: Delphine Halberstadt vom TSV Amicitia Viernheim
Starke Läuferin: Delphine Halberstadt vom TSV Amicitia Viernheim.

Trainingstipps für die kalte Jahreszeit

Worauf man achten sollte, wenn man im Herbst und Winter draußen trainiert.

Richtig aufwärmen

Sinken die Temperaturen, sollte man sich besonders intensiv aufwärmen und langsam mit dem Sport starten. Ansonsten steigt das Verletzungsrisiko.

Warm anziehen

Warme Kleidung und Mütze sind Pflicht. Stichwort: Zwiebelprinzip. Nach dem Sport sollte man schnell ins Warme, damit der Körper nicht auskühlt.

Auf Atmung achten

Je kälter die Luft, umso mehr nimmt der Reiz auf Bronchien, Lungen und Schleimhäute zu. Deshalb so viel wie möglich durch die Nase einatmen und durch den Mund ausatmen.

Alternativen suchen

Bei Eisglätte oder Tiefschnee können sich Läufer oder Radfahrer mit Sportarten wie Skilanglauf, Schwimmen, Schneewanderungen oder Klettern fit halten.

Fotos: © Marcel Hilger, © Ingo Kutsche