18. Oktober 2016

Nie wieder Parkplatzsuche

Im Pilotversuch erproben Mercedes-Benz und Bosch in Stuttgart das Community-based Parking. Fahrzeuge erkennen im Vorbeifahren mit ihren Sensoren freie Parkplätze und stellen diese Information anderen Autofahrern zur Verfügung. Das schont die Nerven und die Umwelt.

Jeder kennt das: Man ist spät dran. Und dann: Nirgendwo ein freier Parkplatz in Sicht. Stress pur. Nochmal die Runde um den Block. Man verschwendet Zeit und Kraftstoff. Doch jetzt naht Hilfe: Mercedes-Benz und Bosch arbeiten an einer Lösung. Gemeinsam erproben sie das Community-based Parking – ein neuer, intelligenter Service für die schnellere und einfachere Parkplatzsuche. Der Großraum Stuttgart dient als Testgebiet für Mercedes-Benz Erprobungsfahrzeuge. Sie nutzen die On-Board-Sensoren, die ansonsten zum Beispiel Daten für die Fahrer-Assistenzsysteme aufnehmen, um im Vorbeifahren freie Parklücken am Straßenrand zu erkennen. Die intelligente Vernetzung sorgt per Kommunikationsschnittstelle dafür, diese Informationen in der Community zu teilen. So können sich in Zukunft Autofahrer vom Navigationssystem direkt zu einem freien Parkplatz lotsen lassen.

Ein Hinweisschild zum Parkplatz.
Community-based Parking soll in Zukunft direkt zu einem freien Parkplatz führen.
Im Pilotversuch erproben Mercedes-Benz und Bosch in Stuttgart das Community-based Parking. Fahrzeuge erkennen im Vorbeifahren mit ihren Sensoren freie Parkplätze und stellen diese Information anderen Autofahrern zur Verfügung.
Im Pilotversuch erproben Mercedes-Benz und Bosch in Stuttgart das Community-based Parking. Fahrzeuge erkennen im Vorbeifahren mit ihren Sensoren freie Parkplätze und stellen diese Information anderen Autofahrern zur Verfügung.

Freie Parkplätze von Ausfahrten unterscheiden

In der Erprobung scannen die Ultraschallsensoren bei Fahrten mit bis zu 55 Stundenkilometern kontinuierlich den Straßenrand. Die Daten zu freien Flächen werden über eine gesicherte Verbindung vom Daimler Vehicle Backend an die Bosch IoT Cloud zur Verarbeitung übertragen. Mit Methoden des Data Mining werden Lücken am Straßenrand zweifelsfrei als Stellplatz identifiziert: Wird etwa in einer viel befahrenen Straße an einer bestimmten Stelle wiederholt eine freie Lücke erkannt, ist dies mit hoher Wahrscheinlichkeit kein verfügbarer Stellplatz, sondern eher eine Ausfahrt.

Digitale Parkplatzsuche

In einem ersten Ausbauschritt des Community-based Parking ermitteln Mercedes-Benz und Bosch, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für einen freien Parkplatz in einer bestimmten Straße ist. Bei einer größeren Marktdurchdringung soll es später möglich sein, die Verfügbarkeit und Abmessungen von Flächen am Straßenrand in Echtzeit anzuzeigen. Ergänzt um freie Stellplätze beispielsweise in öffentlichen Parkhäusern zeigt das Community-based Parking eine digitale Parkplatzkarte im Fahrzeugdisplay oder in der „Mercedes me“-App, wo der Autofahrer dann einen freien Stellplatz als Ziel für das Navigationssystem anwählen kann. Im Zusammenspiel mit Fahrer-Assistenzsystemen wie etwa dem Remote Park-Pilot, der erstmals in der neuen Mercedes-Benz E-Klasse verfügbar ist, minimiert die digitale Parkplatzsuche den Stress beim Parken deutlich.