09. November 2016

Stuttgart, die Weinstadt

Stuttgart, das ist Daimler. Und der VfB. Das ist aber auch der Weinbau – in keiner anderen deutschen Großstadt ist die Weinkultur so präsent wie hier.

Die baden-württembergische Metropole gilt als Weinstadt und wird von einer Fülle an Weinbergen durchzogen. Direkt am Neckar, aber auch mitten in der Stadt gedeihen die Reben, deren Geschichte man im Weinbaumuseum Stuttgart im historischen Ambiente der alten Kelter im Ortsteil Uhlbach studieren kann. Die Weinbautradition währt bereits seit vielen Jahrhunderten: 1108 schenkte ein Mönch den Stuttgartern die ersten Stöcke – bis ins 19. Jahrhundert hinein sollte der Wein hier eine der Haupteinnahmequellen sein.

Die Weine

Wein gehört also zu Stuttgart wie das Weißbier zu München. 423 Hektar Rebgärten, das sind immerhin gut zwei Prozent der Stadtfläche, liegen an steilen Hängen. Einige davon sind nur wenige Hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt und werden häufig von Mauerterrassen abgestützt. Hier, im klimatisch begünstigten Neckartal, bauen etwa 500 Betriebe (viele im Nebenerwerb) Rotweine wie Trollinger – er gehört untrennbar zur Region, Lemberger und Spätburgunder an. Aber auch Riesling (Nr. 1 bei den Weißweinen), Silvaner und Kerner gewinnen wieder an Boden in der lokalen Großlage Weinsteige. Spürbar im Kommen sind zudem Merlot, Cabernet Sauvignon, Sauvignon blanc und Chardonnay. Genauso wie der Dornfelder.

Rotwein wird aus einer Weinkaraffe in ein Weinglas gegossen
In der Stuttgarter Großlage Weinsteige wächst vor allem die berühmte Trollinger-Traube.

Auszeichnungen für die Stuttgarter Winzer

Regelmäßig werden die Stuttgarter Weingärtner, die hier „Wengerter“ heißen, ausgezeichnet. Die Zeitschrift „Weinwirtschaft“ kürte das Weinfactum Bad Cannstatt 2015 zur besten Genossenschaft Württembergs. Zu den Preisträgern des Deutschen Rotweinpreises 2015 des Magazins „Vinum“ zählen auch Tropfen aus der Region. Zum Beispiel die Cuvée vom Weingut Jürgen Ellwanger in Winterbach und der Lemberger vom Weingut Karl Haidle in Kernen-Stetten.

Ein junger Wilder mit Top-Bewertung

Zum besten Jungwinzer Württembergs 2014/2015 wurde Fabian Rajtschan gewählt. Die Jury mit Vertretern aus Weinbau, Presse und Weinbauschule urteilte über die Arbeit des Jungwinzers aus dem Stuttgarter Ortsteil Feuerbach: „sehr professionell, ideenreich, beispielhaft und extrem außergewöhnlich. Ganz hervorragend!“

Altgold schillernd – der Schillerwein

Die von alters her vom Weinanbau geprägte Landschaft lädt alle Besucher zum Verweilen ein und bietet zu jeder Jahreszeit einzigartige Ein- und Ausblicke. Schöne Weinberge im Norden der Weinstadt und an den Ufern des Neckars brachten eine örtliche Spezialität, den bekannten „Schillerwein“, hervor. Die Trauben des speziellen Rotlings (ein Verschnitt aus roten und weißen Trauben) stammen ausschließlich aus dem Weinbaugebiet Württemberg. Seine Farbe ist hell rötlich bzw. altgolden schillernd – was seinen Namen erklärt. Dichterfürst Friedrich von Schiller (1759–1805) aus Marbach im Norden von Stuttgart widmete der Weintradition seiner Heimat diese Zeilen:
„Der Name Wirtemberg / schreibt sich vom Wirt am Berg. / Ein Wirtemberger ohne Wein, / kann der ein Wirtemberger sein?“

Ziele, die sich immer lohnen

Informationen über Unternehmungen zu Fuß oder mit dem Rad in der Weinstadt:
www.stuttgart-tourist.de

Weinstopps Stuttgart Citytour (Hop-on/Hop-off):
Weingenuss/Römer
Weinwanderung