12. Juni 2017

Stuttgart läuft

Wie gut, dass es WhatsApp gibt. Mit kurzen Nachrichten und Fotos pushen sich die Sportlerinnen des Laufteams der Mercedes-Benz Niederlassung Stuttgart immer wieder aufs Neue. Angesichts dieser gegenseitigen Motivation hat der innere Schweinehund selbst bei schlechtem Wetter oder vor einem anstrengenden Intervalltraining keine Chance. Das gemeinsame Ziel: der Stuttgart-Lauf am 25. Juni.

„Raus aus der Komfortzone.“ So bringt Katrin Engelhardt vom Laufteam der Mercedes-Benz Niederlassung Stuttgart das Training von Rafael Treite auf den Punkt. „Wir joggen nicht, sondern arbeiten gezielt an unserem Laufstil und an der Kondition.“ Annika Seiler ergänzt: „Durch seine Erfahrung erkennt er schnell, woran wir feilen müssen. Er zeigt uns Übungen, die den Schwächen entgegenwirken. Auch dass wir in einem richtigen Stadion trainieren, ist klasse und wegen des ebenen Bodens vor allem beim Intervalltraining praktisch.“ Die Tipps des Profitrainers wirken nachhaltig. „Ich laufe jetzt viel bewusster und versuche, die Techniken gezielt anzuwenden“, sagt Viktoria Lopuga. Auch Sportlehrerin Lisa Marlen Häßler findet die Einheiten mit dem persönlichen Trainer fantastisch. „Es ist ein absoluter Gewinn, individuelle Tipps vom Profi zu erhalten.“ Mehr Einblick in den Trainingsalltag gibt das Mercedes-Benz Laufteam auf der Facebook-Seite der Mercedes-Benz Niederlassung Stuttgart.

Gruppendynamik motiviert

Graue Regenwolken am Himmel, windiges und kaltes Wetter – trotzdem macht Viktoria Lopuga ein fröhliches Gesicht. Schnell noch ein Selfie für die Teamkolleginnen, bevor die Einheit startet. „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Klamotten.“ Ohnehin laufen die vier Sportlerinnen lieber bei kühlen Temperaturen als bei Hitze. Insofern boten die ersten Wochen auf dem Weg zum Start beim Stuttgart-Lauf angenehme Bedingungen. Die Vorbereitung läuft bisher gut. „Das gemeinsame Training fordert die eigene Fitness noch mehr heraus“, so Lopuga. Der Ansporn aus der Gruppe ist für Katrin Engelhardt ein wichtiger Faktor. So sieht es auch die 20-jährige Annika Seiler: „In unserer WhatsApp-Gruppe unterstützen wir uns gegenseitig.“ Wie das konkret aussieht, erzählt Lisa Marlen Häßler: „Wir tauschen uns über Trainingsmethoden, gemeinsame Treffen und die Teilnahme an verschiedenen Läufen aus. Das ist wirklich eine tolle Sache. Am Wochenende sind einige von uns bei einem Volkslauf gestartet, und wir haben uns vorher gegenseitig Mut zugesprochen.“ Bei so viel Teamgeist bedauern es die vier Läuferinnen, dass Ricarda Stäbler das anspruchsvolle Trainingsprogramm dann doch nicht mit den beruflichen und privaten Verpflichtungen in Einklang bringen konnte: Sie musste aus Zeitgründen die Vorbereitung auf den Stuttgart-Lauf abbrechen. Schade! Aber sie drückt den anderen weiter die Daumen.

Das Bild zeigt eine Reihe bunter Sportschuhe auf grünem Rasen.

Pro Tag zehn Kilometer laufen

Rafael Treite ist Moderator, Schauspieler, Model und Dozent an der Akademie der Media Stuttgart sowie Personal Trainer im Bereich Laufen/Ausdauersport. Seine Fitness sieht man ihm an: 68 Kilo bei 1,81 Meter Körpergröße. In seiner Jugend lief er als Leistungssportler Leichtathletik-Mittelstrecken von 800 bis 1.500 Metern. Heute betreut er als Trainer unter anderem bei der SG Stern in Stuttgart die Sparte Leichtathletik mit wöchentlichen Lauftrainings und Trainingslagern.

Das Bild zeigt das Laufteam der Mercedes-Benz Niederlassung beim Dehnen auf dem Sportplatz. Trainer Rafael Treite und die vier Sportlerinnen stehen auf einem Bein und ziehen mit den Händen den Fuß des anderen Beins hoch an den Po.
Dehnen gehört zum Training. Profi Rafael Treite zeigt dem Laufteam der Mercedes-Benz Niederlassung Stuttgart, wie man die Muskulatur vor Verletzungen schützt.
Herr Treite, wie läuft’s mit dem Training?

Unser Mercedes-Benz Laufteam ist wirklich motiviert. Die Mädels machen echte Fortschritte.

Wie wichtig ist der Teamgedanke?

Natürlich gibt es den Typ „Einzelkämpfer“, der lieber einsam und allein seine Runden zieht. Aber das ist die Ausnahme. Generell macht es viel mehr Spaß, in einer Gruppe zu trainieren. Vor allem, wenn sie ein gemeinsames Ziel wie den Start beim Stuttgart-Lauf hat. Das schweißt unsere Läuferinnen zusammen.

Was spielt dabei die Hauptrolle?

Die Teilnehmerinnen motivieren sich, geben sich Tipps, teilen Erfolge, helfen sich über Durststrecken und verabreden sich zu kleinen Wettkämpfen. So bleiben sie dran. Wir sind allerdings nie in ein starres Zeitraster gepresst. Neben den gemeinsamen Einheiten bei der SG Stern hier auf dem Sportplatz läuft jede ihr ganz persönliches Programm und arbeitet auch individuell an ihren Fähigkeiten.

Wenn Sie laufen, sieht das nach echtem Vergnügen aus ...

Ja. Es macht richtig Spaß. Ich bin überzeugt, dass der Mensch genetisch fürs Laufen geschaffen ist. Zehn Kilometer am Tag könnte jeder problemlos bewältigen. Aber leider sind viele im Alltag sehr stark eingespannt und bewegen sich zu wenig. Gerade dann sollte man auf jeden Fall zum Ausgleich etwas tun.

Zwischen der Einsicht und der Umsetzung klafft oft eine Lücke. Wie fängt man mit dem Laufen an?

Indem man den inneren Schweinehund besiegt, einfach rausgeht und beginnt. Das kann jeder: eine Strecke locker traben, dann ein Stück gehen, dann wieder laufen. Ein sehr schöner Anfang. Drei bis vier Kilometer schafft so jeder, der gesund ist.

Apropos Gesundheit – wie sieht es mit einem ärztlichen Check aus?

Das ist grundsätzlich anzuraten. Der Arzt stellt fest, wie das Herz-Kreislauf-System unter Belastung reagiert. Vor allem liefert ein Ergometer-Kardiogramm beim Arzt valide Daten, wo der individuelle grüne Bereich der Herzfrequenz liegt. Dies ist bei der Planung des Trainingsprogramms wichtig.„Ich bin überzeugt, dass der Mensch genetisch fürs Laufen geschaffen ist.“Lauftrainer Rafael Treite

Das Bild zeigt Lauftrainer Rafael Treite.
Coach Rafael Treite ist begeisterter Läufer und betreut das Training des Laufteams der Mercedes-Benz Niederlassung Stuttgart.
Trainingsprogramm klingt kompliziert, kann man nicht einfach nur laufen?

Es kommt darauf an, was man erreichen will. Ein Jogger, der sich für die Gesundheit ein bisschen bewegen und vielleicht ein paar Pfunde verlieren will, darf gern die immer gleiche Lieblingsstrecke im selben Tempo laufen. Allerdings ist das Laufen nur die eine Hälfte der erfolgreichen Gewichtskontrolle. Man muss auch die Ernährung umstellen. Und einen nachhaltigen Trainingseffekt oder eine Leistungssteigerung darf man bei zu geringer Intensität nicht erwarten.

Also nichts, um das Ziel „Stuttgart-Lauf“ zu erreichen ...

Wer seine sportlichen Fähigkeiten ausbauen möchte, um längere Distanzen zu absolvieren oder bessere Zeiten zu erzielen, muss differenziert nach einem professionell aufgestellten Plan trainieren. Und zwar immer individuell abgestimmt auf seinen Leistungsstand. Wir arbeiten strukturiert an der Kraft, an der Ausdauer und an der Technik. Ein Trainingsprogramm variiert Belastung, Distanzen, Tempo und Intensität und plant Erholungsphasen ein. Denn zur Leistung gehört auch immer die Regeneration. Die Trainingsfortschritte spürt man. Man erreicht einen besseren körperlichen Zustand und ermüdet nicht so schnell.

Wie oft laufen Sie?

Ich liebe das Laufen und bin sechs Mal die Woche unterwegs.