25. April 2017

Sportliches
Stauferland

Burgen, Schlösser und historische Pfade: Wer das Stauferland besucht, findet jede Menge Kultur. Doch die Region der Schwäbischen Alb bietet dank ihrer einzigartigen Natur und einem abwechslungsreichen Freizeitprogramm auch sportliche Herausforderungen für Biker und Wanderer sowie Abenteuer für die ganze Familie.

Der Landstrich östlich von Stuttgart hatte schon vor Jahrhunderten etwas Anziehendes. Anders lässt es sich nicht erklären, dass dieser Fleck in Baden-Württemberg neben Wacholderweiden und Wäldern Kulturgut von Weltrang birgt. In Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd zeugen Überreste des römischen Grenzwalls Limes von der Vergangenheit. Er gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Mittelalter wurde die Region um Schwäbisch Gmünd bis Göppingen geprägt von der Dynastie der Staufer mit ihrem legendären Kaiser Friedrich I. Barbarossa, auf dessen Spuren man hier wandeln kann.

Hochgehen zum Runterkommen

Ruinen, Burgen und Schlösser, Täler und Felsvorsprünge, Orchideenwiesen, ein 100 Kilometer langer zertifizierter Wanderweg namens Albtraufgänger und 300 Kilometer Straßen, die die historischen Orte miteinander verbinden: Das Stauferland ist heute auch ein ideales Freizeit- und Urlaubsziel für alle, die Sport in der freien Natur lieben.

Der Hohenstaufen fällt Besuchern der Region schon von Weitem auf. Mit Rechberg und Stuifen bildet er die drei Kaiserberge. Einst stand hier die Burg der Staufer. „Das Motto des Hohenstaufen lautet ‚Hochgehen zum Runterkommen’“, sagt Holger Siegle, Geschäftsführer der Touristikgemeinschaft Stauferland. „Bei klarem Wetter blickt man hier vom Albtrauf über die Ostalb bis zum Rosenstein. Das ist schon spektakulär.“ Hinauf geht es per Rad oder zu Fuß. Der Berg ist für den motorisierten Verkehr gesperrt.

Kaiserberge: Vielfalt auf Radstrecken und Wanderrouten

Wunderschönes Stauferland: zu sehen sind unter anderem die Kaiserberge.
Ein Erlebnisparadies für alle Wanderer, Biker, Spaziergänger und Naturfans sind die Rad- und Wanderrouten rund um die drei Kaiserberge.

Ideales Ziel für Sportler ist das Stauferland vor allem wegen seiner Höhen. Familienfreundliche Spazierwege, Bike-Trails und Pedelec-freundliche Routen, Höhlen und Hochseilparks lassen kaum Langeweile aufkommen. Auch Gleitschirmflieger finden hier einen Anlaufpunkt. Gut gelegene Campingplätze erleichtern den Start in alle Aktivitäten, etwa der Campingplatz Aichelberg nahe Bad Boll.

Die Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf hat besondere Touren für Biker parat. Beim „Bike-Crossing Schwäbische Alb“ etwa können Erfahrene den gesamten Albtrauf entlang bis nach Aalen fahren. Auch geführte Touren für Einsteiger und erfahrene Mountainbiker sind im Angebot. „Mir persönlich gefällt die Radstrecke im Landkreis Göppingen, die die Städte des Stauferlands miteinander verbindet“, sagt Holger Siegle. „Auf dem Aasrücken, einem Höhenzug zwischen Hohenstaufen und Rechberg, gibt es eine Rad- und Wanderroute, die bei gutem Wetter den Blick bis ins Ottenbacher Tal, auf die Burg Wäscherschloss und die drei Kaiserberge bietet.“

Burg Wäscherschloss gibt heute das Paradebeispiel einer Stauferburg.
Einen spektakulären Ausblick auf die Region bietet Burg Wäscherschloss.

Neue Wege: Auf Löwenpfaden durchs Ländle

Lauffreunde finden im Stauferland ab Sommer 2017 die „Löwenpfade“, neu zertifizierte Wanderwege mit einer Länge zwischen 6 und 16 Kilometern. Der erste der Pfade bei Bad Überkingen wird im Juli für den Besuch eröffnet. Wer Kinder fürs Wandern begeistern will, sollte den Albschäferweg nahe Heidenheim an der Brenz einschlagen. Hier treffen die Familien immer wieder auf Schafherden, denn die Wanderschäferei hat in der Region eine lange Tradition. Blaue Zeichen mit dem Symbol eines Schäfers weisen den Weg. Auch an anderen Orten können Wanderfreudige die Schäfer auf Hochweiden begleiten oder sogar im Schäferkarren übernachten.

Historie und bemerkenswerte Natur finden Aktive auch im Remstal. Empfehlenswert ist eine Station am Kloster Lorch, der markantesten Sehenswürdigkeiten im Stauferland. Die Geschichte des Klosters hält viel Spannendes auch für Kinder bereit, etwa über das Leben der Mönche im Mittelalter. Ein Besuch der Stauferfalknerei nebenan ist beinahe Pflicht: „Familien sollten hier unbedingt eine Flugschau besuchen“, rät Holger Siegle.

Zu sehen ist das Kloster Lorch und die umliegende Landschaft.
Empfehlenswert ist das Kloster Lorch mit all seinen historischen Sehenswürdigkeiten und spannenden Mittelaltergeschichten.

Straße der Staufer

Wer mit Motorrad, Auto oder Wohnmobil ins Stauferland reist, sollte die Straße der Staufer wählen. Eine schöne Teilroute der insgesamt 300 Kilometer langen Straße führt von Giengen an der Brenz über Niederstotzingen nach Heidenheim. In Giengen finden Familien die Höhlenerlebniswelt mit Charlottenhöhle, einen Wasser- und einen Abenteuerspielplatz. In der Nähe liegt auch der Archäopark Vogelherd, ein archäologischer Themen- und Erlebnispark.

Kleine Pausen ermöglichen die Stauseen und Freibäder der Region sowie der Wasserfall Bad Urach, ein besonderes Naturschauspiel im Maisental. Weitere Highlights für Familienausflüge nahe Bad Urach: die Tropfsteinhöhle „Nebelhöhle“ bei Lichtenstein und die „Blautopfhöhle“ in Blaubeuren. Wer nach der erlebnisreichen Tour einen kulinarischen Snack benötigt, sollte einen Abstecher in das Forum in Schwäbisch Gmünd machen, den neuen Stadtmittelpunkt.

Das Forum von außen.
Perfekt für einen leckeren Snack nach der Erlebnistour durch die Natur: das Forum, neuer Stadtmittelpunkt in Schwäbisch Gmünd.